Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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wie ſie's als Kind gethan: liebe Mutter!— Ach es iſt grauſam, ſo grauſam, ganz allein zu ſein! Karl hatte ſich mit dem Kinde im Arm dem Lager genähert. Er blickte lange in dieſes ſtarre, kalte Angeſicht, das er einſt ſo jung und ſo ſchön geſehen, auf dieſe tiefen Furchen, welche Gram und Leid durch ihre Züge gezogen, noch ehe das Alter gekommen, es zu thunz er ſah auf dieſen Mund,

auf welchem der Tod ihr letztes ſchmerzlich verächt⸗

liches Lächeln verſteinert hatte, und der einſt für ihn ſo holde und liebliche Worte geſprochen. Und jetzt überwältigte ihn die Rührung. Er ſank nieder an

ihrem Lager, und indem er ihre kalte Hand nahm,

und ſie auf die Stirn ihres Sohnes legte, ſagte er mit lauter, feierlicher Stimme: Marie, Du kannſt

mich nicht mehr hören, aber ich ſpreche doch zu Dir! Deine Schuld iſt geſühnt, der Tod hat uns ver⸗ ſöhnt, und obwohl Du geſtorben biſt, wirſt Du ewig in meinem Herzen leben, und ich werde Dich egnen

an jedem Abend und an jedem Morgen! Dein Sohn ſoll mein Sohn ſein, und einen braven Arbei⸗ ter will ich aus ihm erziehen, damit Du da oben Freude an ihm habeſt, an ſn und an mir! Das ſchwöre ich!

Die Alte heulte noch immer;;dns Kind we