Teil eines Werkes 
2. Band (1850)
Entstehung
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indem ſie der Oberhofmeiſterin winkte, ſich zu ent⸗ fernen.

Die Fürſtin erbrach das Siegel mit raſcher Hand, und während ſie dann den Brief las, färbte eine dunkle Gluth ihre Wangen, und ihr Antlitz ſtrahlte in ſtolzer Befriedigung.

Es iſt ein Brief vom König Auguſt! ſagte ſie dann. Er hält darin in aller Form um Deine Hand an, und benachrichtiget mich, daß er noch heute in Berlin eintreffen wird, um perſönlich ſeine Werbung anzubringen. Du wirſt Dich alſo jetzt entſcheiden müſſen, Luiſe!

Ich bin entſchieden, Mutter!

Du willſt alſo meinen Wünſchen nicht nuh. geben?

Vein, ich will nicht, weil ich nicht kann!

Dann alſo biſt Du entſchloſſen, dem Prinzen Adrian Deine Vergangenheit zu beichten?

O mein Gott, mein Gott! jammerte die Prin⸗ zeſſin.

Du willſt auch dieſes nicht! Es gelüſtet Dich noch länger, vor ihm die Tugendhafte, die Heilige zu ſpielen? Ich werde die Maske von Deinem Ge⸗ ſichte reißen, und ihm Dein wirkliches Antlitz zeigen, ich ſelbſt, Deine Mutter, und er wird mich nicht der