Teil eines Werkes 
1. Band (1841)
Entstehung
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zu erklären vermochte, und als jie jetzt im Vorzim⸗

mer nahende Schritte verna als der Diener ihr

Nordheim und einen Fremden meldete, mußte ſie zit⸗ ternd ſich zurücklehnen in den Seſſel und fand kaum Kraft aufzuſtehen, als die beiden Herrn jetzt zu ihr eintraten. Sie dachte nicht daran den Fremden an⸗ zuſehen, denn ſie n nur in ihres Geliebten Zügen Antwort finden zu können, über ihre ſelt⸗ ſame Unruhe.

Herr Albert von Fahrenberg! ſagte Nordheim,

ihr den Fremden vorſtellend.

Aurelia zuckte zuſammen und wandte den be⸗ troffenen Blick auf den Fremden hin. Dieſer ſtand athemlos, bleich da, mit entſetzten Blicken ſie an⸗ ſtarrend, als ſchaue er in grauenhafter Erſtarrung eines Geſpenſtes Gegenwart.

Einen Moment blickten ſie ſo einander an, ſtarr, bewegungslos, dann preßte Aurelia ihre Hand auf die Bruſt, als wolle ſie den Krampf dämpfen, der ſie beengte, ihre Wangen erbleichten, mit kreiſchendem, verzweiflungsvollem Ton rief ſie: er iſt's! und ſank ohnmächtig zuſammen.

Fahrenberg neigte ſich über die Ohnmächtige und ſchaute ſie lange und prüfend an. Seine Züge nahmen einen milden, faſt freudigen Ausdruck an, Thränen entſtürzten ſeinen Augen, er ſchaute gen