Hat Niemand meine Abweſenheit bemerkt? fragte Ellinor.
Niemand, verſicherte Betſy, während ſie ihrer Herrin half die Kleider abzulegen. Gott, fuhr ſie fort, verzeihen mir Ew. Gnaden, aber die Kleider ſind ſo beſchmutzt, daß man glauben ſollte, Ew. Lord⸗ ſchaft ſei durch Schmutz und Koth gewandert, ach, und die Schuhe! Wahrhaftig, Ew. Gnaden ſind zu Fuß gegangen! rief ſie, ihre Herrin mit mitleidigem Blick betrachtend.
Ellinor ſchauderte beim Anblick dieſer Gewänder und bei dem Dunſt, den ſie verbreiteten, und haſtig alles von ſich werfend, befahl ſie ihr, ſogleich in dem neben ihrem Schlafgemach befindlichen Bade⸗ zimmer ein Bad zu bereiten.
Als dies geſchehen und ſie dann ſpäter in ihren ſeid'nen Betten ruhte, fühlte ſie, wie nie zuvor, das Behagen und die Gemächlichkeit des Reichthums und der Eleganz; es war das Erſtemal, daß ſie dies Alles entbehrt hatte, und mit mitleidigem Herzen be⸗ dauerte ſie nun die Armen, die ihr Leben lang ent⸗ behrten, was einige Stunden zu miſſen ihr ſchon ein unglück geſchienen. Dann wollte ſie noch ihres Kin⸗ des, ihrer Hoffnungen, es wieder zu finden gedenken, aber ihre Gedanken wurden unklarer, verworrene Bilder gaukelten an ihr vorüber, und bald ſenfte


