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Ellinor wiegte ſanft ihr Haupt, und ſagte: nen⸗ nen Sie nicht göttlich, was nur natürlich iſt, was das Weib mit dem Thier der Wüſte theilt! Die Löwin läßt nur mit ihrem Leben von ihrer Brut, und wenn man es ihr entriſſen, kennt ſie nicht Ge⸗ fahr und Schreckniß, in's Feuer ſelbſt ſtürzt ſie ſich muthig, um ihr Junges zu befreien. Das thut das wilde Thier, und ein Menſch, ein Weib ſollte weni⸗ ger wagen für ihr Kind? Mein Freund, eine Mutter wagt, was ſonſt kein Menſch; dies iſt Natur, das Gegentheil iſt Unnatur.
So laſſen Sie mich anbeten dieſe heilige Natur, die ich ſeit lange zum Erſtenmal unverfälſcht in einem Weibe finde, erwiderte Nordheim ernſt. Eine ſolche Wahrheit der Empfindung iſt ein ſeltener Schatz bei einem Weibe.
Sie läſtern, ſagte Ellinor, und nehmen das Eine zu tief, das Andere zu hoch; glauben Sie mir, jede Mutter hätte gethan, was ich gethan habe. Und hier, fuhr ſie fort, als ſie jetzt vor ihrem Hötel an⸗ gelangt waren, hier trennen wir uns heute. Ich bedarf der Ruhe und Erholung, bedarf vor Allem des Schlafs. Ich erwarte Sie morgen, um Ihnen die Ereigniſſe der letzten Tage mitzutheilen. Leben Sie wohl.
Eilig ſchlüpfte Sie durch die geöffnete Pforte,


