Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Und was beſchließt die erhabene Majeſtät über die Gefangene? fragte Joſeph Ribas demüthig. Oh, das hätte ich faſt vergeſſen, ſagte die Kaiſerin gleichgültig. Sie lebt alſo noch, die ſogenannte Tochter Eliſabeth's? Sie lebt! Die Kaiſerin ging ſinnend einige Male auf und ab, und ihr kühner Adlerblick ſchweifte dann und wann hin⸗ über zu ihren beiden Lieblingsgemälden dort drü⸗ ben an der Wand; es waren Schlachtſtücke von Caſa⸗ nova's Meiſterhand, Schlachtſtücke voll grauſamer Wahr⸗ heit; man ſah das rinnende Blut, zerriſſene und zit⸗ ternde Glieder, man ſah die Wuth der Schlachtenden und den herzzerreißenden Todesjammer der Geſchlach⸗ teten. So waren die Bilder, welche Katharina liebte, und deren Anblick ſie immer zu großen und t Gedanken begeiſterte. Während ſie jetzt hinblickte auf dieſe enſeblichen Bilder, überzog ein reizendes Lächeln das Antlitz de Semiramis des Nordens, ſie hatte ſo eben einen Entſchluß gefaßt, und weil ſie mit demſelben zufriede war, lächelte ſie. Dieſer blutige Frauenrücken, ſagte ſie, auf eins der Bilder deutend, ſeht nur, Gregor, dieſer wundervolle Frauenrücken da, er erinnert mich an die Rache, welche die Kaiſerin Eliſabeth an der Schönheit der Gräfin ſchkin nahm. Nun, Eliſabeth's