Teil eines Werkes 
9. Theil, Rebekka : 2. Band (1860)
Entstehung
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als Rebekka in der Dämmerung des Abends allein in ihrem Zimmer ſaß. Die nach dem Garten führenden Glasthüren waren geöffnet und Rebek⸗. ka's Blicke ſchweiften träumeriſch in dem lieblichen Stillleben der Natur umher, folgten hier dem Schmetterling, der von Blume zu Blume flog, und hefteten ſich an das Laub der Bäume, deren von

der Sonne vergoldete Spitzen im Abendwinde erzitterten.

Zuweilen hob ein Seufzer ihre Bruſt, ſie wußte aber kaum, warum ſie ſeufze; dunkle, unklare Bil⸗ der zogen vor ihrer Seele vorüber, bald waren es Bilder der Zukunft, bald dunklere der Vergan⸗ genheit, die wechſelvoll ſie hoffen oder erbeben ließen, und ganz ihren Träumen hingegeben, be⸗ merkte ſie nicht, daß hinter ihr die Thür ſich leiſe geöffnet und Gräfin Clementine Panditzka einge⸗ treten war.

Leiſe ging ſie zu Rebekka hin, die immer noch hinausſtarrte in den Garten, und eine Hand auf ihre Schulter legend, flüſterte ſie:liebe Maria!

Rebekka blickte auf und die Gräfin erkennend, rief ſie freudig:Sie hier!

Wir haben uns lange nicht geſehen, ſagte Clementine,meine Mutter und ich wagten es nicht, zu Ihnen zu kommen, um keinen Verdacht wegen eines möglichen Einverſtändniſſes auf Sie zu wälzen. Jetzt aber, nach ſo vielen Wochen durfte ich wohl wagen Sie aufzuſuchen.