26
dieſer, im Widerſpruch mit den Rechten der ungari⸗ ſchen Proteſtanten, ſie fern halte von allen Aemtern und Würden, weil er ſie ihrer Kirchen und Schulen beraube, ihre Geiſtlichen verjage, die Geſetze umſtoße, und die Landesvertheidigung vernachläſſige. Er for⸗ derte deshalb alle getreuen und patriotiſchen Ungarn auf, ſich mit ihm zu vereinen und mit ihm zu kämpfen für die heiligen Rechte der Proteſtanten, welches zu⸗ gleich die heiligen, ſchwerbedrohten Rechte der Ungarn eien.
Das Manifeſt des Fürſten Georg Räköczy hallte wie ein jauchzendes Schlachtenlied durch ganz Ungarn wider, und begeiſtert eilten, ſonder Unterſchied der Religion, die Ungarn zu den Fahnen des edlen Fürſten, der, wie er ſagte: die Rechte und die Freiheiten Un⸗ garns vertheidigen wollte gegen die Bedrückung des Hauſes Habsburg.
Bald ſtand Georg Räkoczy an der Spitze eines ſo mächtigen Heeres, daß er ſiegreich vordringen konnte bis Preßburg, und eine Abtheilung ſeiner Armee von dort entſenden konnte, um dem ſchwediſchen General Torſtenſon bei der Belagerung von Brünn Verſtär⸗ kung zu bringen.
Kaiſer Ferdinand, bedrängt von den zweifachen
Feinden, mußte ſich ſchon bequemen, zu einer neuen


