Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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Um meinetwillen, Sire? fragte Hardenberg mit einem ungläubigen Lächeln.

Ja, um Ihretwillen, Herr Staatskanzler von Hardenberg, ſagte der Kaiſer ernſt, und ſich an den König wendend, fuhr er fort: ich bin gekommen, Sire, um bei Ihnen den Herrn Staatskanzler zu verklagen, und um ihn in Ihrem Beiſein zur Rechenſchaft zu ziehen. Ew. Ma⸗ jeſtät haben die Güte meine Klage anzunehmen?

Ich nehme ſie an, Sire, obwohl es mir leid thut, daß mein erſter und angeſehenſter Staatsminiſter Ew. Majeſtät zu einer Klage ſollte Veranlaſſung gegeben haben.

Und Sie werden dem Staatskanzler erlauben, hier in Ihrem Beiſein den Verſuch ſeiner Rechtfertigung zu machen?

Ich erlaube es ihm und werde froh ſein, wenn ihm dieſer Ver⸗ ſuch gelingen möchte.

Nun denn, Herr Staatskanzler von Hardenberg, ſagte der Kaiſer feierlich und ernſt, ich klage Sie an, daß Sie beſtrebt geweſen, zwiſchen mir und dem König von Preußen Haß und Unfrieden ſtiften zu wollen, ich klage Sie an, daß Sie es ſind, welcher heimlich meinen Plan auf den Beſitz von Polen untergräbt, ſich eifrig bemüht, mir Feinde zu ſchaffen, und die Mitglieder des Congreſſes gegen das, was Sie meine Eroberungspläne nennen, mißtrauiſch zu machen. Ich klage Sie an, daß Sie gegen mich intriguiren, und unter dem Deckmantel der Freundſchaft heimlich bemüht ſind, Preußen zu rüſten zu einem bal⸗ digen Krieg gegen Rußland.

Das iſt eine ſehr ſtarke und ſehr energiſche Anklage, Sire, ſagte Hardenberg gelaſſen, aber es genügt zu der Begründung derſelben nicht blos die Beſchuldigung, ſondern es bedarf der Beweiſe,— um dieſe bitte ich jetzt Ew. Majeſtät.

Beweiſe! rief Alexander lebhaft. Sire, wollen Sie mir erlauben, noch einmal in kurzen Umriſſen die Begebenheiten der letzten Tage Ihnen vorzuführen?

Ich bitte Ew. Majeſtät darum, wenn das zum Verſtändniß dieſer Sache nöthig iſt, ſagte Friedrich Wilhelm, denn ich geſtehe Ew. Ma⸗

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