Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 3. Band (1859)
Entstehung
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Ja, mein Herr, er iſt zu Hauſe. Fouché trat in das Haus ein, deſſen Thür ſich hinter⸗ihm ſchloß.

Er iſt in die Falle gegangen, murmelte der Bettler lächelnd vor, ſich hin. Heute Abend beim Grafen Aldini in der General⸗Verſamm— lung wird Brandon uns berichten, was für ſaubere Aufträge man ihm gegeben hat.

Fouché ſchritt indeſſen die Treppen hinauf, und blieb vor der, von dem Portier ihm bezeichneten Thür ſtehen, um die an derſelben befeſtigte Viſitenkarte zu leſen.

„Baron de Brandon“ ſtand mit großen Lettern auf derſelben.

Mit dieſem werde ich nicht viele Umſtände machen, ſagte Fouché, der Graf Montbrun hat ihn mir zu warm empfohlen, als daß ich Grund hätte, ihm zu mißtrauen. Ich werde ihn bezahlen, das iſt Alles!—

Er klopfte, und auf das laute von Innen erſchallende Herein öffnete Fouché die Thür.— Das Gemach, in welches er eintrat, war

glänzend ausgeſtattet, und in ſeiner prachtvollen Einrichtung ganz ſeines Bewohners würdig, dieſes ſchlanken ſchönen Herrn, der da in einem loſtbaren türkiſchen Schlafrock auf dem Divan lag, und ſich damit amüſirte, die Brillantringe, mit welchen er alle Finger geſchmückt hatte, in der Sonne ſpielen zu laſſen.

Von dieſer Beſchäftigung warf er einen gleichgültigen Blick hinüber nach dem Eintretenden, den er für irgend einen Bittſteller, oder ſonſtigen untergeordneten Menſchen halten mochte, denn er erhob ſich nicht aus ſeiner ruhenden Stellung, ſondern fragte nur mit vornehmer Nachläſſig⸗ keit: was wünſchen Sie, mein Freund?

Ich wünſche nichts weiter, ſagte Fouchs mit dem Hut auf dem Kopf gerade auf ihn zuſchreitend, nichts weiter, als den Herrn Baron Brandon zu benachrichtigen, daß ich ſeine demüthigen Bittgeſuche em⸗ pfangen habe, und daß ich Willens bin, ihn zu beſchäftigen.„

Und mit vollkommener Gelaſſenheit ſich auf einen Fauteuil hin⸗ ſtreckend, nahm er ſeine Verkleidungsſtücke ab, und warf ſie nachläſſig auf den Tiſch hin.

Der Herzog von Otranto! rief der junge Mann, entſetzt von dem Divan emporſchnellend.

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