397
anzuerkennen. Ich habe auch meine Freunde und Agenten auf dem Congreß, und in den Hofkreiſen, und ſie ſind einflußreich und mächtig genug, um die Wahrheit erforſchen zu können. Wenn wir die Kaiſerin und den Sohn des Kaiſers nach Frankreich zurückführen wollen, müſſen wir ſie Beide mit Gewalt entführen.
Wollen Sie dieſe ſchwierige Aufgabe übernehmen, Herr Graf? fragte Fouché haſtig. Wollen Sie, der Sie hier mit den Localitäten, den Perſönlichkeiten bekannt und vertraut 5 die Rolle des Entführers der Gemahlin und des Sohnes unſers Kaiſers übernehmen?
Ja, Herr Herzog, ſagte Montbrun, ich will dieſe Rolle übernehmen. Ich will die Kaiſerin und den König von Rom dem Kaiſer zuführen, ich ſchwöre das bei dem Allen, was mir heilig und theuer iſt.
Sie werden Ihr Ziel erreichen, davon bin ich überzeugt, ſagte Fouché. Sie ſind beſonnen, tapfer, klug und verſchwiegen, und Sie haben die Begeiſterung Ihrer politiſchen Ueberzeugung und Ihrer Liebe
zu dem Kaiſer.
Ich werde mein Ziel erreichen, oder ich werde ſterben, ſagte Mont⸗ brun feierlich.
Aber wann, fragte Fouché, auſſtehengu und ſich zum Gehen an⸗ ſchickend, indem er ſeine Verkleidung wieder anlegte, wann werden Sie das Werk beginnen, und die Entführung S
Wenn ich durch unſern Agenten von Elba die Nachricht erhalten habe, daß der Kaiſer Elba verlaſſer
Noch Eins, ſagte gekommen, um Sie zu ſprech aber meine Reiſe hatte auch einen kleinen Neb— Es iſt nicht genug, daß wir für den Kaiſer arbeiten und wirken, ſondern wir müſſen auch darauf be⸗
get
c 2 8
—
—
5
=
B.
hauptſächlich hierher
dacht ſein, den Kaiſer zu warnen. Ich weiß, daß der Congreß ſchon ſeine geheimen Agenten ausgeſandt hat, die den Kaiſer beobachten, den Moment erſpähen ſollen, um ihn zu überfallen, und auf ein bereit liegendes engliſches Schiff zu bringen. Ich habe das hier in Wien er⸗ fahren, und es iſt daher nöthig, daß wir ſogleich ſichere Agenten nach Elba ſenden, welche den Kaiſer beſchwören, auf ſeiner Huth zu ſein, und nicht, wie er das zu thun pflegt, einſame Spazierritte am Ufer


