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Die dunklen Augen der Kaiſerin flammten höher auf, und ein ſtolzes Lächeln umſpielte ihre purpurrothen Lippen. Ach, mein Ge⸗ mahl, rief ſie, ich bin aber eine Katze, welche von Marie Louiſe in Dresden immerfort rückwärts geſtrichen iſt. Kein Wunder alſo, daß ich Funken ſprühe!
lI. Der Sohn des Berbannten.
Tiefe Stille herrſchte auf der Seite des Schloſſes von Schönbrunn, in welchem der Sohn Napoleons, der einſtige kleine König von Rom wohnte. Keine Schildwachen, kein Durcheinander von Bedienten, Wagen und Pferden, Kommenden und Gehenden, wie man das ſonſt vor den Wohnungen der Fürſten zu ſehen gewohnt iſt, kein Geräuſch des bewegten wechſelnden Lebens war hier zu ſehen.
Auch im Innern des Schloſſes ſelbſt war hier Alles düſter, trübe und einförmig. Nur ſelten kam durch die langen, ſchweigenden Corri⸗ dore eine menſchliche Geſtalt, die langſam und träge vorüberrauſchte, nur ſelten unterbrach das Geräuſch irgend einer in die Bedienten⸗ zimmer ausmündenden Klingel dieſes Schweigen der Oede, das den Sohn des Kaiſers Napoleon umgab. Kein freudiges Lachen ertönte aus dem Innern der Gemächer, und die jubelnde Stimme des kleinen Königs von Rom, die ſonſt in Verſailles und in den Tuilerieen ſo oft die großen Säle durchklungen hatte, ſie ſchien jetzt für immer verſtummt.
Traurig, ſtill und bleich ſaß der Knabe vor ſeinem mit Spielzeug aller Art bedeckten Tiſch, und die Hände in ſeinem Schooß gefalten, das noch immer von langen blonden Locken umwallte Haupt an die Lehne ſeines Stuhls zurückgebeugt, ſtarrte er mit ſeinen großen blauen Augen in das Leere.


