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Aber warum gehen Sie denn ſo eilig? fragte der König. Bleiben Sie doch noch, ich habe Ihnen ja Ihren Abſchied noch nicht bewilligt.
Majeſtät werden ihn mir aber bewilligen, das weiß ich, und nehm's ſo an, als hätte ich ihn ſchon, und empfehle mich zu Gnaden.
Bleiben Sie doch, bleiben Sie! rief Alerander.
Verzeihung, Majeſtät, ich muß fort!
Warum denn? Sagen Sie's ganz ehrlich, warum müſſen Sie fort? Die Wahrheit, Feldmarſchall, die Wahrheit!
Nun, ſagte Blücher, neben der Thür ſtehen bleibend, wenn Ew. Majeſtät befehlen, ſo werde ich die Wahrheit ſagen! Ich muß fort, weil ich's hier nicht mehr aushalte, weil ich mir durchaus irgend einen ſtillen Winkel ſuchen muß, wo ich gehörig Eins fluchen und wettern kann, damit mir das Herz leicht und frei wird.
Wie? rief Alexander lachend, Sie fühlen Ihr Herz noch nicht frei? Das, was wir hier anzuhören bekamen, das war noch nicht Alles?
Majeſtät, das war noch gar nichts, ſagte Blücher melancholiſch, das waren erſt blos ein paar Regentropfen, das ganze Gewitter mit Donner und Blitz und Sturm und Hagel ſitzt noch in mir, und Gnade Gott Dem, über den es losbricht! Die Majeſtäten ſehen wohl, daß es die höchſte Zeit iſt, daß ich mich zurückziehe.
Sonſt, meinen Sie, möchte das Gewitter am Ende hier losbrechen? fragte Alexander lächelnd.
Ich fürchte es, Sire, rief Blücher ernſt.
Vielleicht läßt es ſich indeſſen beſchwichtigen, ſagte Friedrich Wil⸗ helm, ſich Blücher auf einige Schritte nähernd. Sie ſind alſo feſt entſchloſſen, die Stelle, welche wir Ihnen angeboten, nicht anzunehmen?
Ich begehre meinen Abſchied, Majeſtät, meinen Abſchied, ſogleich!
Sie wollen nicht Obergeneral der rückmarſchirenden Truppen werden? fragte Alexander.
Ich heiße Marſchall Vorwärts! ſagte Blücher ſtolz.
Und es iſt Ihre ernſte, unumſtößliche Meinung, Feldmarſchall, fragte der König, daß es weder gerecht, noch ehrenvoll für die Ver⸗ bündeten wäre, wenn wir jetzt Frieden machten und umkehrten?


