Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

545

rechnen und überlegen. Alſo nochmal! Hier liegt Paris! Halten Sie mal den Finger auf Paris, Gneiſenau!

Der General gehorchte, und drückte die Spitze ſeines Vorder⸗ fingers auf die bezeichnete Stelle.

Und hier, rief Blücher, ſeinen eigenen Finger aufdrückend, hier ſtehen wir, das ſchleſiſche Heer. Zwiſchen uns liegt der Rhein. Halten Sie mal den andern Finger auf den Rhein, Gneiſenau!

Gneiſenau legte lächelnd den Mittelfinger auf die ſchwarze Linie, die den Rhein markirte.

Nun legen Sie den kleinen Finger hier unten hin bei Mannheim und Kehl, da ſteht das böhmiſche Heer unter Fürſt Schwarzenberg, und hier oben, wo ich den Daumen halte, in Holland, da ſteht der Bülow mit ſeinem Corps. Sehen Sie, von dieſer Seite haben wir alſo ganz Frankreich eingeſchloſſen, und von der andern Seite, da wo der Atlantiſche Ocean fließt oder fließt er auf Euren neumodiſchen gelehrten Karten nicht mehr da?

Ja, Excellenz, rief Gneiſenau lachend, er fließt noch immer da!

Na alſo, da ſtellt England ſeine Schiffe auf, und hier unten im Süden an den Pyrenäen, da ſtehen die Spanier, die dem Bonaparte Rache geſchworen. Nun rücken wir von allen Seiten zu gleicher Zeit auf Einen Schlag vorwärts nach Frankreich hinein. Fürſt Schwarzen⸗ berg dringt mit ſeinem Heer durch die Schweiz in Frankreich vor, der Bülow rückt durch die Niederlande, die er vorher erobert, heran, um ſich mit mir zu vereinigen, und ich geh' mit dem ſchleſiſchen Heer in drei großen Colonnen hier über den Rhein. Die erſte Colonne hier bei Mannheim, die zweite hier bei Kaub, und die dritte ja nu hab' ich keinen Finger mehr übrig

Hier iſt mein Finger, Ercellenz, ſagte Gneiſenau, im Begriff den Finger, welcher die Rheinlinie bezeichnete, aufzuheben.

Aber Blücher drückte den Finger Gneiſenau's haſtig wieder nieder. Will er wohl ſtill halten, Finger, rief er, was ſoll denn aus meiner ganzen Poſition werden, wenn er mir mitten drin fortläuft! Still ge⸗ halten alſo! Na, hier wo ich meinen linken Daumen hinlege, hier bei

Koblenz, da geht die dritte Colonne über den Rhein. Jenſeits ver⸗ Mühlbach, Napolevn. Bd. II. 35