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Hilf mir, Königin, flüſterte er leiſe und andächtig. Lenke ſein Herz, Du Genius Preußens, mache es ſtark im Wollen und—
Der König wandte ſich wieder dem Staatskanzler zu und that einige Schritte auf ihn hin. Ich kann Ihren Wunſch nicht erfüllen, ſagte Friedrich Wilhelm, denn wenn ich nach Breslau ginge, ſo käme das einer Kriegserklärung gleich, und wir ſind leider nicht in der Lage, Frankreich den Krieg erklären zu können. Ich darf mich und mein Land nicht muthwillig in eine Gefahr ſtürzen, die wahrſcheinlich unſern Untergang zur Folge haben würde. Aber ich gebe Ihnen mein Wort, daß, wenn Ihre Befürchtungen ſich wirklich bewahrheiten, wenn ich wirklich Beweiſe davon bekomme, daß man hier meine Perſon und meine Freiheit bedroht, daß ich es alsdann für meine Fflicht halten werde, mich dieſer Gefahr zu entziehen und meine Reſidenz nach einem anderen, ſicherern Ort, vielleicht nach Breslau zu verlegen.
Ew. Majeſtät ſprechen im Ernſt? rief Hardenberg freudig. Sie wollen in der That, ſobald Sie die Gefahr, welche Sie hier bedroht, erkannt haben, Berlin verlaſſen und ſich den Herren Franzoſen ent⸗ ziehen?
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf, ſagte der König feierlich. Und nun genug für heute. Wir bedürfen wohl Beide einiger Stunden der Ruhe. Im Laufe des Vormittags will ich dann den Brief ſchrei⸗ ben, mit welchem Hatzfeld nach Paris gehen ſoll. Gute Nacht, Herr Staatskanzler!—
Jetzt nach Hauſe, und zwar ſo raſch, als Deine Pferde laufen können, rief Hardenberg ſeinem Kutſcher zu, als er in den Wagen ſtieg.
Dann werden wir alſo in fünf Minuten dort ſein, brummte der Kutſcher, indem er auf die Pferde einhieb, daß ſie in brauſendem Galopp davonjagten.
Genau nach fünf Minuten hielt der Wagen vor dem Hötel des Staatskanzler, und ein junger, elegant gekleideter Mann öffnete, haſtig die Lakaien zurückdrängend, den Schlag des Wagens.
Ach, Sie ſelbſt, mein lieber Richard? ſagte Hardenberg erſtaunt. Weshalb ſind Sie noch nicht zur Ruhe gegangen?
Weil ich keine Ruhe finden konnte, ſo lange Excellenz nicht daheim


