Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 1. Band (1859)
Entstehung
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Aber'n Glas Champagner, das kann er vertragen, wenn ein lieber Freund da iſt, rief Blücher. He, Jochen, komm mal hierher! Gehen Sie nur immer mit der Frau voran, Freund Scharnhorſt, ich hab' blos dem Jochen noch'n Wort vom Weinkeller zu beſtellen.

Während Blücher haſtig und leiſe Jochen ſeine gewichtigen Befehle gab und ihn beorderte, eine tüchtige Batterie Champagnerflaſchen vor den beiden Generälen aufzufahren, ſchritt Scharnhorſt mit der Gene⸗ ralin Blücher vorwärts, dem Speiſeſaal zu.

Hören Sie, Generalin, flüſterte Scharnhorſt, nachdem er ſich durch einen raſchen Seitenblick überzeugt hatte, daß Blücher zu weit von ihnen entfernt ſei, um ihn hören zu können. Erlauben Sie mir eine Frage. Iſt Ihr Gemahl kräftig, geſund und geiſtesſtart genug, um mit ihm von der Politik reden zu können? Darf ich ihm einige heute angelangte wichtige Nachrichten mittheilen, ohne fürchten zu müſſen, daß er dadurch zu ſehr alterirt und aufgeregt werde?

Sind die Nachrichten gut? fragte die Generalin.

Ich glaube, daß ſie gut, zum allerwenigſten hoffnungsreich ſind.

Dann, Herr General, dürfen Sie ihm dieſelben ohne Bedenken mittheilen, aber, wenn ich bitten darf, erſt nach dem Eſſen, und erſt, wenn er die Freude über Ihren unverhofften, beglückenden Beſuch ganz überwunden hat. Blüchers Geiſt iſt ganz geſund und ſtark, aber ſein Körper iſt ſchwach, und er leidet immer noch an ſeinem Magenübel, das ihm oft, gerade während des Eſſens, gar heftige Schmerzen bereitet. Alſo, ich bitte, während des Eſſens keine Aufregung und keine Politik.

So, da bin ich, ſagte Blücher, der ihnen nachgeeilt kam und jetzt den Arm des Generals packte, nun Kinder, kommt raſch, denn es ge⸗ lüſtet mich ſehr, mit meinem lieben Scharnhorſt einmal wieder die Gläſer erklingen zu laſſen.

Scharnhorſt hatte den Wunſch der Generalin getreulich erfüllt. Nicht ein Wort von Politik war während der Tafel geſprochen worden