Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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haben ſie ihre Rüſtungen fortgeſetzt, und wenn ich ſie um die Veran⸗ laſſung und den Zweck dieſer Rüſtungen fragen ließ, haben ſie mir ausweichende und ungenügende Antwort gegeben. Die natürliche Folge davon war, daß ich meine Truppen an die deutſche Grenze rücken ließ, daß Davouſt, Lannes und Maſſena mit drei Armee⸗Corps ſich den öſterreichiſchen Grenzen nähern mußten, bereit, im ſelben Augenblick, wo die Oeſterreicher die baieriſche Grenze überſchreiten, ihrerſeits über die öſterreichiſche Grenze zu gehen, und daß ich endlich den Fürſten des Rheinbundes den Befehl ertheilte, ihr Bundes-Contingent auf den Kriegsfuß zu ſetzen und zum Kriege bereit zu halten. Kaum iſt dies geſchehen, ſo verhaften mir die Oeſterreicher wider alles Völkerrecht meinen Courier und zwingen mich, Repreſſalien zu gebrauchen. Und nichtsdeſtoweniger ſind ſie jetzt ganz unſchuldig, nicht wahr, und das Manifeſt des Kaiſers Franz beweiſt ganz klar, daß Frankreich durch fortwährende Beleidigungen und Ausſchreitungen, durch ſeine Länder⸗ gier und ſeinen raſtloſen Ehrgeiz Oeſterreich gezwungen habe, endlich zu den Waffen zu greifen. Iſt es nicht ſo?

Ja, Sire, es iſt ſo, wie Ew. Majeſtät ſagen. Es befinden ſich am Schluß dieſes Manifeſtes Worte und Betrachtungen, die ganz mit den Worten Ew. Majeſtät übereinſtimmen.

Leſen Sie dieſen Schluß! befahl Napoleon, ſich in den Seſſel zurücklehnend.

Champagny las:Der Kaiſer Franz wird ſich niemals befugt glauben, in die inneren Verhältniſſe fremder Staaten einzugreifen, oder ſich über ihr Regierungsſyſtem, über ihre Geſetzgebung, über ihre Ver⸗ waltungsmaßregeln, über die Entwickelung ihrer Streitkräfte zum Richter aufzuwerfen. Er verlangt eine gerechte Reciprocität. Von Ehrgeiz und Eiferſucht weit entfernt, wird der Kaiſer keinem andern Souverain ſeine Größe, ſeinen Ruhm, ſeinen rechtmäßigen Einfluß beneiden; nur in einem ausſchließenden Anſpruch auf ſolche Vortheile liegt der Ge⸗ genſtand allgemeiner Beſorgniſſe und der Keim zu immerwährenden Kriegen. Nicht Frankreich, für deſſen Erhaltung und Wohlfahrt ſich Seine Majeſtät ſtets lebhaft intereſſiren werden, nur die fortſchreitende Ausdehnung eines Syſtems, welches unter dem unbeſtimmten Titel eines

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