Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Napoleon und Königin Louise;; 4. Band (1859)
Entstehung
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Der Vrieg mit BPeſterreich.

Mit zornigen Blicken, mit zuſammengezogenen Augenbrauen ging Na⸗ poleon in ſeinem Cabinet auf und ab, während der Miniſter Cham⸗ pagny an dem großen, mit Papieren und Landkarten bedeckten Schreib⸗ tiſch des Kaiſers ſtand und mit dem Zuſammenfalten und Ordnen einiger Papiere beſchäftigt war.

Sie wollen alſo durchaus den Krieg, dieſe übermüthigen Herren Oeſterreicher, ſagte Napoleon nach einer Pauſe, und ſie wollen ihn ſchon jetzt, weil ſie meinen, daß ich noch nicht gerüſtet bin. Welche unerhörte Frechheit, meine Couriere zu arretiren und ihnen ihre Pa⸗ piere abzunehmen. Und jetzt, da ich Repreſſalien gebrauche, da ich meinerſeits Srdre gegeben, die öſterreichiſchen Couriere auf allen Land⸗ ſtraßen und in allen Städten zu arretiren und ihnen ihre Papiere ab⸗ zunehmen, jetzt ſchreien dieſe Oeſterreicher von verletztem Völkerrecht, und werden mir, wie immer, die Schuld geben, wenn es zum Kriege kommt. Gott weiß es, daß ich gewünſcht hätte, für jetzt den Frieden mit Deutſchland bewahren zu können, denn ich habe genug zu thun mit dieſen verwünſchten Spaniern, die ſich wie eine einzige große Guerilla⸗ bande gegen meine Truppen erheben. Aber das iſtes erade, was dieſen Oeſterreichern Muth gemacht. Sie glauben mich Zeſchwächt, iſolirt und nicht im Stande, einen neuen Krieg aufzunehmen, und des⸗ halb gewinnen die Feigherzigen Muth und vermeinen, Beute machen zu können an der Mähne des Löwen. Abher Geduld, Geduld, noch hat der Löwe ſeine alte Kraft und Stärke, und er wird das elende Gewürm,