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ſolche Capitulation eingegangen, zum Exempel für die ganze Armee erſchießen zu laſſen. Zehntauſend Mann und dreihundert Officiere! Wahrlich, mein Bruder, der König von Preußen, hat kein Glück und die ſchöne Königin wird ihren Haß gegen mich gar bitter be⸗ reuen müſſen.
Sire, ſagte Talleyrand mit einem boshaften Lächeln, man ſagt, vom Haß zur Liebe ſei nur ein Schritt. Wer weiß, ob die Götter, zur Strafe für die Vermeſſenheit der ſchönen Königin, ſie nicht dieſen einen Schritt thun laſſen. Wer weiß, ob nicht ſchon jetzt der glühende Haß der Königin nur die Maske iſt, unter der ſich ihre Liebe und Bewunderung für Ew. Majeſtät verbirgt. Hüten ſich alſo Ew. Majeſtät wohl, der ſchönen Helena zu nahen, damit nicht auch Ihr Haß die Gefahr der Verwandlung laufe!
Ach, ſagte Napoleon ingrimmig, wenn mein Herz einer ſolchen Verwandlung fähig wäre, ſo würde ich es mit meinen eigenen Händen aus meiner Bruſt reißen, um ſeine Wünſche zu ertödten. Wenn dieſe Frau das ſchönſte Weib der Welt wäre und wenn ſie mir ihre Liebe anböte, ſo würde ich mich von ihr abwenden und ihr meinen Haß und meine Verachtung in's Antlitz ſchleudern. Sie hat mich zu tief ge⸗ kränkt, denn ſie iſt es, welche alle meine Pläne zerſtört und ihren Ge⸗ mahl gegen mich aufgehetzt hat. Frankreich und Preußen ſind dazu beſtimmt Freunde zu ſein und ein Krieg mit Preußen iſt für Frank⸗ reich ſo viel, als ob man ſich die rechte Hand feſſelt.“*) Wäre Preußen im vorigen Jahre mein treuer Bundesgenoſſe geblieben und wäre es nicht der dritten Coalition beigetreten, ſo hätten unſere ver⸗ einten Armeen damals nicht blos Deutſchland, ſondern ganz Europa zu unſern Füßen niedergelegt. Aber dieſe Königin hat es nicht ge⸗ wollt; kindiſch und leidenſchaftlich, wie alle Frauen, hat ſie nicht ihre Vernunft, ſondern nur ihre Gefühle zu Rathe gezogen, und da ihr hochmüthiges Herz den Gedanken nicht ertragen konnte, einen Kaiſer, der nicht unter dem Thronhimmel geboren, als Freund und Bundes⸗ genoſſen anzunehmen, ſo zog ſie es vor, ihren Gemahl gegen mich
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Las Cases Mémorial etc. Bd. IV.


