zehnten
chliefen. erl Der deutſche Philoſoph. nerſten Tiefe Stille herrſchte in dem kleinen Stübchen; Bücher lagen und eheurer ſtanden rings umher in den Schränken an der Wand, auf den Tiſchen und an der Erde, und machten faſt den einzigen Schmuck dieſes Zimmers it i aus, in dem ſich nur wenige und ganz auf den Bedarf beſchränkte Meubles befanden. Soldaten Es war das Zimmer eines deutſchen Gelehrten, eines Profeſſors herſ er weitberühmten Univerſität Jena. 3 Er ſaß dem eichenen Tiſch und w nijig Schreiben beſchäftigt. Seine mittelgroße Geſtalt war eingehüllt in einen weiten Schlafrock von grünem Seidenzeug, verbrämt mit ſchwarzem Pelzwerk, das hier und da einige defecte und abgenutzte Stellen zeigte. Ueber ſeiner hohen gedankenreichen Stirn, welche nur von wenigem hellbraunem Haar beſchattet war, ſaß ein kleines grünes Sammet⸗ käppchen, in ſeiner Form an die Mütze des gelehrten Melanchton er— innernd. Vor ihm auf dem Tiſch lagen eine Menge engbeſchriebener Blätter, und auf dieſen ruhte das Auge des Gelehrten, des Philoſophen. Dieſer Gelehrte in dem einſamen Stübchen, dieſer Philoſoph war Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Seit zwei Tagen hatte er ſein Zimmer nicht verlaſſen, ſeit zwei Tagen hatte Niemand zu ihm eintreten dürfen, als die alte Aufwärterin, die ihm ſchweigend und leiſe den Tiſch deckte, und ihm das aus der immer! nahen Garküche geholte Mahl hinſetzte.
Allem Aeußerlichen und Irdiſchen abgewandt, hatte der Philoſoph gearbeitet und gedacht, und nichts gehört als die Stimmen der Geiſter, die aus ſeinem eigenen Geiſt zu ihm ſprachen. Draußen war die Weltgeſchichte mit ehernem Schritt über das Schlachtfeld gegangen, und hatte ihre Thaten vollbracht, hier drinnen in dem Zimmer des Philoſophen hatte der Weltgeiſt ſeine große Idee enthüllt und vollfi—


