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II.
Uapoleon und die drutſchen Türſten.
Der Kaiſer von Frankreich hatte mit ſeinem Heere die Grenzen Deutſchlands überſchritten. Er war gekommen, um ſeinem Bundes⸗ genoſſen, dem Churfürſten von Baiern, zu Hülfe zu eilen gegen Oeſterreich, welches mit ſeinen Truppen in Baiern eingerückt war, nicht aber, um Baiern zu bedrohen, ſondern, wie ein perſönlicher Brief des Kaiſers Franz an den Churfürſten ausdrücklich meldete, nur um ſeine Truppen eine ausgedehntere und wirkſamere Stellung einnehmen zu laſſen.
Der Churfürſt Mar Joſeph von Baiern hatte ſich in einem unter⸗ thänigen Antwortsſchreiben an den öſterreichiſchen Kaiſer freudig bereit erklärt, die öſterreichiſchen Regimenter in ſeinen Landen cantonniren zu laſſen.„Ich verpfände Ew. Majeſtät mein fürſtliches Wort,“ hatte er an den Kaiſer von Deutſchland geſchrieben,„daß ich in nichts den Operationen Ihrer Armee hinderlich ſein will, und wenn, was indeſſen nicht wahrſcheinlich iſt, Ew. Majeſtät genöthigt wären, ſich mit Ihrer Armee zurückzuziehen, ſo verſpreche und ſchwöre ich, ruhig zu bleiben und in allen Dingen Ihre Zwecke zu fördern. Aber ich beſchwöre Ew. Majeſtät auf meinen Knieen, mir gnädigſt geſtatten zu wollen,
daß ich in der ſtrengſten Neutralität verharre. Es iſt ein von Angſt und Sorgen zur Verzweiflung getriebener Vater, welcher bei Ew. Majeſtät um Gnade fleht zu Gunſten ſeines Kindes! Mein Sohn befindet ſich, auf einer Reiſe begriffen, jetzt eben im ſüdlichen Frank⸗
reich. Wenn ich genöthigt würde, meine Truppen gegen Frankreich marſchiren zu laſſen, ſo wäre mein Sohn verloren, und das Schickſal des Herzogs von Enghien würde auch das ſeine werden; wenn ich im Gegentheil ruhig und friedlich in meinen Staaten verbleibe, gewinne ich Zeit, meinen Sohn zurückkommen zu laſſen.“*)
*) Mémoires sur linterieur du Palais de Napoléon, par De Bausset. I. 59.


