Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 3. Band (1859)
Entstehung
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und forſchte nur, wohin diesmal der Siegeslauf des Kaiſers ſich lenken werde? Ob nach England, das immer noch zu drohen ſchien mit ſeinem Wald von Maſten, ob nach Oeſterreich, deſſen feindſeliger Freundſchaft man nicht mehr trauen mochte?

Der Kaiſer hatte noch zu Niemand ſeiner Umgebung das entſchei⸗ dende Wort geſprochen, aber er hatte den Groß⸗Marſchall des Palaſtes zu ſich berufen, und ertheilte ihm Befehl, Alles zu ſeiner Abreiſe vor⸗ zubereiten, alle Ausgaben und Rechnungen des Kaiſers zu reguliren und zu zahlen und dabei wohl Acht zu haben, daß nirgends zu viel oder zu theuer gezahlt werde.

Am Tage nach dieſem Befehl trat der Groß⸗Marſchall unange⸗ meldet zu dem Kaiſer ein, welcher ſich eben in dem Rathsſaal ſeiner Baracke befand und in den Karten ſtudirte, die auf dem großen Tiſch vor ihm ausgebreitet lagen.

Napoleon ſchaute nur flüchtig von denſelben empor und fuhr fort, die Karten mit Nadeln zu beſtecken und damit den Weg zu bezeichnen, den ſeine Armee nehmen ſollte.

Nun, Duroc, fragte er, iſt Alles zur Abreiſe bereit? Sind alle Rechnungen bezahlt?

Sire, ſie ſind alle bezahlt, bis auf Eine, und wegen dieſer Einen muß ich es wagen, Ew. Majeſtät zu ſtören.

Sie iſt alſo wohl ſehr hoch und ſehr betrügeriſch? fragte der Kaiſer haſtig, indem er aufſtand und ſich dem Groß⸗Marſchall näherte.

Sire, ſagte dieſer, ich weiß nicht, ob ſie betrügeriſch iſt, aber ſie beläuft ſich ſehr hoch. Es iſt die Rechnung des Militair⸗Intendanten Sordi, welcher dieſe Baracke gebaut hat und mit der innern und äußern Ausſchmückung derſelben beauftragt war.

Nun, und wie viel fordert er dafür? fragte Napoleon.

Sire, er verlangt fünfzigtauſend Francs.

Fünfzigtauſend Francs! rief Napoleon faſt erſchrocken. Ich will nicht hoffen, daß Sie dem Unverſchämten dieſe Rechnung bezahlt haben?

Nein, Sire, ich habe es nicht gethan, vielmehr verlangte ich von Herrn Sordi, daß er die Summe ermäßige.

Und er hat es natürlich gethan! rief Napoleon düſter. So ſind Mühlbach, Napoleon. I. Bd. 32

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