Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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und mich ſelig dünken, wie ein Gott! Wir müſſen das Feſt meiner Wiedergeburt auf würdige Weiſe begehen, wir müſſen es feiern in ſchäumendem Champagner, mit Trüffelpaſteten und Auſtern, und wenn wir meiner Frau eine letzte Thräne weihen wollen, nun ſo trinken wir ihr zu Ehren ein Glas Lacrimae Christi! Sein Sie ſo gütig, Freund, und kommen Sie heute Abend zu mir. Ich werde noch einige andere Freunde einladen, und wenn Sie uns einen Genuß be reiten wollen, ſo leſen Sie uns einige von den Lafontaine'ſchen Fabeln vor, die Ni ſo herrlich zu leſen verſteht

Ich werde es thun, ſagte Herr von Gualtieri, Gentz zum Abſchied die Hand reichend, ich werde Ihnen eine Lafontaine'ſche Fabel vorleſen, von welcher die beiden Anfangszeilen die ganze tragiſche Geſchichte Ihrer Vergangenheit mit beredten Worten ausdrücken.

Und wie heißten dieſe zwei Zeilen?

Herr von Gualtieri ſetzte ſeinen Hut auf und ſchon unter der Thür ſtehend, um hinauszugehen, deklamirte er mit ernſtem Pathos und tief melancholiſcher Stimme:

Deux coqs vivaient en paix; une poule survint,

Et voila la guerre allumée. Er nickte ſeinem Freunde einen letzten Abſchiedsgruß zu und verſchwand hinter der Thür.

Gentz ſchaute ihm lachend nach. Wahrhaftig, er hat Recht, rief er, das iſt die Geſchichte aller Ehen! Nun, Gott ſei Dank, die meine iſt zu Ende, und bei allen Göttern ſei's geſchworen, ich werde niemals ein ſolcher Narr ſein, eine zweite Ehe einzugehen. Ich bleibe ein Junggeſelle, ſo lange ich lebe, denn wer keiner Frau gehört, dem gehören alle Frauen! Aber jetzt iſt es die höchſte Zeit, an mein Feſt zu denken.— Um indeß ein Feſt geben zu können, muß ich vor allen Dingen meine Zimmer mit neuen Meubles verſehen haben, und zwar glänzende und ſchöne müſſen es ſein! Aber woher die nehmen? Ach, parbleu, ich vergaß die Sechshundert Thaler, die mir der Mi⸗ niſter geſchickt! Ich werde mir k Meubles kaufen! Nein, es wäre eine Thorheit, mein Geld

dafür auszugeben, da ich es anderweitig ſo nothwendig gebrauche! Meubleshändler werden mir ohne