Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Redner, welcher vorher auf dem Kohlmarkt das Volk zu dieſem Ge⸗ waltſchritt verführt und es hierher geleitet hatte, ſelbſt der ſtand jetzt zögernd und unentſchloſſen vor der Thür des Speiſeſaals und blickte nur mit düſtern Wuthblicken hinüber.

Thugut ſchien von dem Allen gar nichts zu ſehen, er war ganz und gar nur mit ſeinem Frühſtück beſchäftigt und widmete dem kleinen Knochen ſeines Hühnerflügels ſeine ungetheilte Aufmerkſamkeit.

Graf Saurau gab ſich wenigſtens den Anſchein zu eſſen und hielt ſeine Augen unverwandt auf den Teller gerichtet, um nicht ſeinen Ingrimm und ſeine Wuth in ſeinen Blicken leſen zu laſſen.

Aber auch den Leuten aus dem Volk ſchien nicht wohl und be⸗ haglich bei dieſer eigenthümlichen und unerwarteten Scene, welche plötzlich wie ein kaltes Sturzbad ihren Eifer und ihren Heroismus abzukühlen begann. Als triumphirende Sieger, unter lautem Freude⸗ jauchzen, waren ſie in das Hötel eingedrungen, ganz überzeugt, den Miniſter zitternd und um Gnade flehend vor ihnen erſcheinen zu ſehen, und jetzt erblickten ihre erſtaunten Augen ihn in behaglichſter Ruhe am Frühſtückstiſch.

Dieſe Situation hatte für die armen Leute etwas außerordentlich Befremdendes, es ward ihnen bange und unheimlich zu Sinn, und Viele von denen, welche erſt ſo ſiegestrunken die Treppe heraufgeſtürmt waren, fanden es jetzt gerathener, ſich leiſe wieder zurückzuziehen. Die Zahl der Geſtalten, welche dort über dem Treppengeländer erſchienen waren, verminderte ſich mehr und mehr, und nur gegen zwanzig der Beherzteſten und Verwegenſten hielten noch Stand vor der Thür des Vorſaals.

An ihrer Spitze ſtand noch immer der Redner vom Kohlmarkt. Er hatte jetzt, eingedenk ſeiner Verſprechungen und des verheißenen Lohns, ſeine augenblickliche Schüchternheit überwunden und trat nun mit trotzigem Schritt in den Vorſaal ein, hinter ihm drängten ſich die Männer, von ſeinem Beiſpiel ermuthigt, vorwärts.

Jetzt hob Baron Thugut ſeine Augen mit einem gleichgültigen Blick von ſeiner Speiſe empor, und richtete ſie hinüber auf die Män⸗

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