Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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gegen die heranfluthenden Wogen der Revolution und gegen die Siegesfanfaren des Generals Bonaparte. Ich bin ein Werkzeug der Vorſehung und alſo wird ſie mich beſchützen, ſo lange ſie meiner be⸗ darf. Wenn ſie aber eines Tages nicht mehr meiner bedürfte, und ſie wollte mich fallen laſſen, ſo würde doch alle meine Vorſicht umſonſt ſein, und alle Ihre Spitzerls, mein lieber Graf, würden mich doch nicht gegen die Mörderhand ſchützen können.

Demnach wollen Sie, daß nichts gethan werde gegen dieſe Ver⸗ brecher, die wider das Leben Eurer Exeellenz conſpiriren?

Oh, nicht doch, das hieße den Fatalismus zu weit treiben! Ich rechne gar ſehr auf Ihre Klugheit und die Wachſamkeit Ihrer Diener, Herr Graf! Laſſen Sie das dumme Volk gut bewachen, ſorgen Sie, daß überall faux fréres ſich in die Verſammlungen meiner Feinde ein⸗ ſchleichen, und wenn dieſe Ihnen einige Complotte gegen mich rappor⸗ tiren, nun, ſo läßt man die kleinen Uebelthäter ganz geräuſchlos ver⸗ ſchwinden. Wir haben ja Gott ſei Dank Feſtungen und Staatsge⸗ fängniſſe, deren Wände ſo dick ſind, daß kein Schreien und Stöhnen daraus gehört wird, und daß man ſie nicht durchbrechen kann! Nur kein Aufſehen, kein lautes Geſchrei, kein Zetermordio! Die öffentliche Beſtrafung eines Mörders, der mich verfehlt hat, reizt nur zehn andere Hände zu verſuchen, ob ſie ſicherer treffen können. Aber das geräuſch⸗ loſe Verſchwinden eines Uebelthäters, das erfüllt die feigen Gemüther mit Grauen und Entſetzen, und zehn ſchrecken zurück vor einer That, die vielleicht auch ſie beabſichtigten, bloß weil ſie nicht wiſſen, auf welche Weiſe der Elfte ſie gebüßt hat. Das Verſchwinden und die Oublietten, daß iſt es, was ich mir lobe! Man muß ſeine Feinde und Widerſacher geräuſchlos beſeitigen, es muß ſcheinen, als habe irgend ein verborgener Abgrund ſie verſchlungen, dann denkt Jeder, dieſer Abgrund könne auch eines Tages ſich zu ſeinen Füßen öffnen, und er wird vorſichtig, ängſtlich und ſcheu. Einzig und allein durch dieſe Staatsweisheit der heimlichen Beſtrafungen und des heimlichen Ge⸗ richts hat ſich der Staat Venedig ſo viele Jahrhunderte erhalten. Weil man die Sbirren der Dreimänner überall gegenwärtig glaubte und die beiden Löwenrachen auf der Piazzetta fürchtete, gehorchte das Volk