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Ihr Anzug war vollendet. Ihre Kammerfrauen hatten ihn ſoeben vervollſtändigt, indem ſie den Myr⸗ tenkranz in ihr Haar befeſtigt und den bräutlichen Schleier daran geheftet hatten.
Sie war jetzt allein und erwartete den Prinzen. Endlich öffnete ſich die Thür und der Prinz in voller Galla⸗Uniform erſchien in derſelben, während man in dem anſtoßenden Saal die glänzende Geſellſchaft er⸗ blickte, welche der Prinz eingeladen hatte, um Zeuge ſeiner Vermählung zu ſein.
Mariane ging dem Prinzen mit der Würde einer Fürſtin entgegen, und reichte ihm ihre Hand. Sie ſah wunderſchön aus in ihrem Brautgewande und der Prinz, welcher ſie betrachtete, konnte ſich eines Lächelns der Bewunderung nicht erwehren.
Kommen Sie, meine wunderſchöne Mariane, flüſterte er, kommen Sie in die Kapelle. ben wandten ſie ſich, um zu gehen, als die entgegengeſetzte Thüre ſich öffnete und eine ſeltſame Gruppe in derſelben ſichtbar ward. Man ſah dort die Gräfin Schwanenkamp, welche mit flammenden, durchbohrenden Blicken auf Mariane hinſchaute, und neben ihr einen Mann in zerlumpten Gewändern, von wildem, entſetzlichem Ausſehen, mit tiefliegenden,


