Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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336 führt, welche ſehr frei und ungezwungen iſt, daß ſie mich ſogar zuweilen überraſcht, obwohl ich doch in derſelben der Gräfin Lehrmeiſter geweſen! Keine Meſſaline und keine Kaiſerin Julia haben jemals eine glühendere Sprache geführt, glauben Sie es mir, Prinz, und ſelbſt Sie würden vielleicht noch einige neue Redeweiſen daraus lernen können. Zudem iſt in dieſen

Briefen ſehr viel von unſeren Zuſammenkünften die

Rede, welche wir, da wir nicht wagten, zu denſelben das Palais der keuſchen und tugendhaften Gräfin Schwanenkamp zu benutzen, in meinem Zimmer hielten. Oh, die Welt, welche die Comteſſe für eine ſo ſtolze Dame hält, würde mit einiger Ueberraſchung

erfahren, daß ſie ſich ſoweit herabgelaſſen, die elende

Dachkammer eines kleinen Journaliſten mit ihrer Ge⸗ genwart zu beehren, um darin einige recht gemüth⸗ liche Rendezvous abzuhalten! Die Welt würde ferner gewiß mit großer Theilnahme alle dieſe intereſſanten Geſchichten etfahren und ſich dann leichter erklären, welche Umſtände es geweſen ſind, die aus dem Jour⸗ naliſten ſo raſch einen Legations⸗Rath gemacht haben!

Elender, man wird Ihnen dieſe Briefe entreißen! ſchrie der Prinz, zitternd vor Wuth und ni Stande, ſich vom Lehnſtuhl zu erheben, n