Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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nichtsſagende Bettler könnte nicht der Gemahl der

Gräfin Eudora werden und Sie wiſſen ſehr wohl, daß er es werden muß! Sie wiſſen es ſo genau, daß dies allein der Grund iſt, weshalb Sie heute Ihr hochfahrendes Herz gebeugt und zu mir gekommen ſind! Der arme Alexander Weltheim muß der Ge⸗ mahl der reichen und vornehmen Gräfin Eudora wer⸗

den, verſtehen Sie wohl, Prinz Aurelio! Er muß es

werden, deshalb ſind Sie da, Sie wollten mich bitten,

ihre Hand nicht auszuſchlagen! Oh, es war nicht

weiſe, Prinz, Ihre Bitte in einem Befehl einzukleiden.

Es war nicht weiſe, mich zu reizen!

Sie zu reizen! ſtammelte der Prinz. Aber wie iſt mir denn? Träume ich denn? Bin ich wirklich der Prinz Aurelio und Sie der ſonſt ſo ergebene, demü⸗ thige, gehorſame und unterwürfige Sclave? Was iſt denn geſchehen; was gibt dieſem Menſchen ein Recht,

eine ſo freche Sprache zu führen?

Und er ſchaute wieder ganz betäubt, ganz ver⸗ wirrt, in Alexander's Angeſicht. Dieſer begegnete ſeinen Augen mit feſten, kühnen Blicken. Sein Ge⸗ ſicht, welches bis dahin immer ſo freundlich und dienſt⸗ ergeben geweſen, hatte jetzt vollkommen ſeinen Ausdruck geändert und verrieth den Haß, die Schadenfreude, die Wuth und Bosheit, welche ſeine Bruſt bewegte.