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mich wiſſen laſſen, von welchen Speiſen Ew. Durchlaucht geruhen wollen zu genießen, damit man dieſelben vor den Platz Eurer Durchlaucht hinſetze.“
Fürſt Kaunitz nahm die Speiſekarte und prüfte mit ernſter Miene die verzeichneten Gerichte, die für ſeine Tafel, an welcher täglich für acht Gäſte ſervirt ward, beſtimmt waren.
„Ihre Entremets und Braten mögen ganz gut ſein für meine Gäſte,“ ſagte der Fürſt kopfſchüttelnd,„aber ich ſelbſt habe keinen Appetit auf dieſelben.“
„Wollen Ew. Durchlaucht vielleicht die Gnade ha⸗ ben zu beſtimmen, was Ew. Durchlaucht zu ſpeiſen be⸗ fehlen?“
Der Fürſt ſchien einige Minuten nachzudenken. „Nun gut,“ ſagte er dann, als ob er endlich einen Ent⸗ ſchluß gefaßt habe,„nun gut, ich will heute ein Hühn⸗ chen mit Reis ſpeiſen, weiter nichts!“
Seit zwanzig Jahren war dies an jedem Vor⸗ mittag dieſelbe Antwort, welche der Haushofmeiſter von
dem Fürſten empfing, denn ſeit zwanzig Jahren, das
heißt ſeit ſeinem ſechzigſten Jahre nahm Fürſt Kaunitz zu ſeinem Diner niemals etwas Anderes als ein Hühn⸗ chen mit Reis; aber ſeit zwanzig Jahren auch nahm der Haushofmeiſter dieſe Beſtimmung ſeines Herrn als eine


