Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Cobenzl, hatte das kaiſerliche Kabinet kaum verlaſſen, als abermals an die Thür geklopft wurde.

Sieh, was es gibt, ſagte Leopold aufathmend. Ich ſehne mich nach Ruhe, aber es ſcheint, daß mir die Staatsgeſchäfte heute keine Ruhe gönnen wollen!

Majeſtät, rief Fürſt Liechtenſtein, von ſeinem leiſen Geſpräch mit dem Kammerherrn zurückkehrend,es ſcheint, alle Geſandten ſind heute in Bewegung und Auf⸗ ruhr. Es iſt abermals ein Geſandter da! Se. Excellenz der General von Biſchofswerder bittet um die Gnade einer Audienz.

Ah, und ich wette, daß Fürſt Kaunitz davon auch die Schuld trägt, ſagte Leopold lächelnd.Laß den Herrn General eintreten!

Der General von Biſchofswerder näherte ſich dem Kaiſer mit betrübter und niedergeſchlagener Miene.

Ew. Majeſtät, ſagte er,ich nahe mich Ihnen mit traurigem Herzen und verzweifelter Seele. Der freu⸗ dige Muth, mit dem ich nach Wien kam, um Ew. Ma⸗ jeſtät im Namen meines Herrn und Königs zu nahen, iſt gebrochen. Gott, ſcheint es, will meine Kraft prüfen und mich demüthigen, denn ich werde, wenn Ew. Majeſtät die Worte des Fürſten Kaunitz beſtätigen, zu meinem Herrn zurückkehren und ihm ſagen müſſen, daß alle unſere Hoffnungen geſcheitert ſind.