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füllt, erfüllen Sie das Ihrige. Reiſen Sie noch heute mit mir ab nach Graudenz, zu meinem theuern, meinem kranken Gemahl. Sie haben mir geſchworen, ihn zu be⸗ freien, halten Sie Ihren Schwur.“
„Unglückliches Weib, es iſt zu ſpät,“ ſagte der General feierlich.„Höher, als alle Berechnungen der Men⸗ ſchen, iſt der Wille Gottes! Sie hatten heute Morgen, als ich zu Ihnen kam, ganz richtig in meinem Angeſicht geleſen. Ja, ich bin hier, um Ihnen eine Trauerbotſchaft zu melden. Arme Louiſe, es iſt zu ſpät! Ihr Gemahl, der Graf Wolkenſtein iſt todt!“
Sie ſchrie nicht, ſie regte ſich nicht, unbeweglich ſtand ſie da, das Haupt vorwärts geneigt, die Blicke ſtarr auf die Lippen des Generals geheftet, als lauſche ſie noch immer auf ſeine Worte.
Dann, als Alles ſtill blieb, dann auf einmal fiel ſie, wie eine vom Blitz zerſchmetterte Statue, ſtarr und ohne Leben zur Erde nieder.
Der General neigte ſich über ſie, er hob ſie in ſeine Arme empor und trug ſie auf den Divan. Dann ſchellte er heftig, und die Kammerfrauen der Gräfin ſtürz⸗ ten herbei. Sie rieben ihr die Schläfen mit ſtarken Eſſen⸗ zen und verſuchten alle Mittel, mit welchen man die Ohnmächtigen zu erwecken pflegt— aber Louiſe regte ſich nicht, die Farbe kehrte nicht wieder auf ihre Wangen


