Teil eines Werkes 
1. Theil, Zwei Lebenswege : 2. Band (1860)
Entstehung
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Die Diener ſtürzten von dannen, und bald hörte man die Hofthüre mit lautem Knarren in's Schloß fallen.

Giſela athmete erleichtert auf und die alte Hedwig ſtammelte ein inbrünſtiges Dankgebet. Draußen aber war der Lärm, das Schreien und Toben, das Kreiſchen und Lachen immer näher, immer deutlicher geworden, man hatte jetzt augen⸗ ſcheinlich die äußere Mauer des Hofes erreicht, und Giſela unterſchied das einzelne Rufen und Schreien.

Fort mit dieſer elenden Buhlerin!

Pfui, über dieſe Maitreſſe des Fürſten!

Ein Schrei des Entſetzens tönte von den Lip⸗ pen Giſela's, ſie mußte ſich an der Lehne eines Seſſels halten, um nicht umzuſinken. Sie war wie betäubt, wie vom Blitz zerſchlagen bei dieſer neuen Schmach.

Aber das Gefühl ihrer Unſchuld, ihrer weib⸗ lichen Würde ſiegte über dieſe augenblickliche Schwäche, und mit einem ſtolzen, verächtlichen Lächeln richtete ſie ſich empor.

Indeſſen hörte man deutlich kräftige, gewaltige Hiebe gegen die Hofthür, dazwiſchen wildes Fluchen und Schreien, rohe Schimpfworte, die ſich an Gi⸗ ſela's Namen knüpften. Jetzt ein lautes Krachen, ein triumphirendes Geſchrei und Lachen die Hofthür war erbrochen, und in gräßlichem Tumult ſtürzte die wilde Rotte in den innern Hof.