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„Olga, reize mich nicht!“ rief Evert ganz raſend und erhob den Arm.
Sie ſtreckte die Hand gegen ihn aus und ſprach mit Würde:
„Baron Axelhjelm, bedenken Sie, was Sie thun.“
„Ausgeburt der Hölle!“ murmelte er, ließ den Arm ſinken und eilte aus dem Zimmer.
Als die Thüre ſich hinter ihm ſchloß, ſank Olga auf den Sopha und flüſterte, das Angeſicht mit den Händen bedeckend:
„O mein Gott, wie unglücklich bin ich!“
Sie weinte heftig, aber nicht lang. Als ſie ſich aufrichtete, war der gewaltſame Schmerz aus ihrem Angeſicht verſchwunden, und ſie ſprach bei ſich mit demüthigem Sinn:
„Ich habe Unrecht, zu murren. Mein Schickſal habe ich ſelbſt geſchaffen, darum daß ich mich durch Everts Drohungen, Jvar wegen des Gruftdiebſtahls anzugeben, ſchrecken ließ, und um dieſen zu retten, bin ich Everts Frau geworden. Ich glaubte damit gutzumachen, was ich ihm einmal Böſes angethan hatte. Mein Kummer iſt nicht ſchwerer, als ich ihn zu tragen vermag. Alles, was geſchieht, iſt für uns gut und nützlich; ſo iſt es auch mit den Prüfungen, welche ich durchzumachen habe. Hätte ich ein beſſe⸗ res Schickſal verdient, ſo würde es mir auch zuge⸗ fallen ſein.“
Sie nahm das Buch, worin ſie geleſen hatte, als Kurt kam, kroch in die eine Ecke des Sopha's und fuhr in Gedanken fort:
„Ein ſolcher ungeſtörter Augenblick, mit einem guten Buch zur Geſellſchaft, iſt auch ein glücklicher.“


