Teil eines Werkes 
1. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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zum Bindemittel der bereits geſchiedenen Haͤnde werden ſoll? fragte der Herzog mit dem ihm eige⸗ nen Forſchungsblicke. Der Ritter aber antwor⸗ tete mit einer Treuherzigkeit, die gar keinen Zwei⸗ fel an ihrer Wahrheit geſtattete: Nein, gnaͤdiger Herr, mit meiner Hoffnung ſind auch alle Be: ſtrebungen dieſer Art geſtorben.

Nicht eure Hoffnung! verſetzte der Herzog, ſeine Hand ergreifend. Ihr Stamm, eure Ju⸗ gend, ſteht ja ſo ſchoͤn und friſch, daß ein einzel⸗ ner Zweig daran ſchon verdorren kann. Glaubt mir, werther Freund, ich ſchaͤtze euch und mich glucklich wegen dieſes Verluſtes. Auch euch! Der Seufzer, den ihr fruchtlos zu erſticken ſucht, macht mich nicht irre in dieſem Glauben. Oder ſollte ich mich taͤuſchen mit der Zuverſicht, daß ihr mir zu⸗ gethan ſeyd von ganzer Seelef

Wahrlich, gnädiger Herr, keinen Augenblick laͤnger litte ich die Seele in meinem Leibe, koͤnnte auch nur das kleinſte Theilchen von ihr euch ab⸗ truͤnnig werden!

Nun denn, ſo bleibt es bei dem was ich ſagte, und ihr ſeyd eben darum gluͤcklich, weshalb ihr euch fuͤr ungluͤcklich achtet. Eure Liebe zu ei⸗ nem Ehrenfräulein der Koͤnigin, welches das ganze