Teil eines Werkes 
2. Theil (1826) Das Verhängniß / von Fr. Laun
Entstehung
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ſelbſt eine allgemeine Verwirrung. Bleich, wie ein todter Leichnam, ſchwankte die junge, bekla⸗ genswerthe Koͤnigin in die Schloßkapelle. Von den fruchtloſen Bitten an jeden und jede aus ihrer naͤchſten Umgebung, ſie ihrem Gemahle zu⸗ zufuͤhren, auf das Aeußerſte erſchoͤpft, ſank ſie nie⸗ der vor dem Bilde der ſchmerzenreichen Jungfrau. Ihrem Munde fehlten die Worte, aber die ſtar⸗ ren Augen hingen an der Angſt in ihrem Auge, in ihren Geſichtszuͤgen. Endlich rief ſie aus: Wie groß dein Schmerz auch geweſen, heiligſte von allen Muͤttern, ſo hatteſt du doch einen Troſt, der mir abgeht. Du hatteſt Thränen, und meine brennenden Augen ſind trocken, wie der Sand der Wuͤſte. Mein Herz verſchmachtet in dem gluͤhenden Winde, der uͤber mein junges Leben weht. Es verſchmachtet, ohne doch ſterben zu koͤnnen! 5 Erſchreckend vor einem nahen Schluchzen, blickte ſie ſich um. Aber die innige Theilnahme im Auge Blanca's, welche ihr unbemerkt gefolgt war, regte ihren Zorn auf, ſtatt ihr Beruhigung zu bringen. Hinweg, tuͤckiſche Schlange! rief ſie aus. Meinſt du mit deinem Schmeicheln mich be⸗ ruͤcken zu koͤnnen? Haſt du mir nicht den Trug 4*