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Monmouth ſenkte das Haupt und ſein Geſicht nahm den Ausdruck tiefer Trauer an.
»Leider ja,« ſagte er mit matter Stimme,„und meine Seele iſt erfüllt von Schmerz darüber. s
»Beten wir denn für ſie, fuhr der Biſchof von Ely fort.
Alle, welche auf dem verhängnißvollen Gerüſt ſtanden, mit Ausnahme des Nachrichters Ketch, machten es wie Tur⸗ ner und beteten einige Augenblicke lang mit Inbrunſt und Sammlung.
„Und jetzt,« fuhr der Prälat fort,„rufen wir auf Se. Majeſtät den König Jacob II. den Segen Gottes herab.«
Der Verurtheilte, welcher bis jetzt ſein Gebet mit dem der Prieſter vereinigt hatte, ſchwieg und wendete das Ge⸗ ſicht ab.
„Wollt Ihr nicht, mein Sohn, mit uns für den König beten?“ fragte ihn der ehrwürdige Vicar von St. Martin.
»Das iſt die Stunde des Pardons,« murmelte Lady Wentworth;»wie glücklich wäre ich, wenn Monmouth ſie verſtünde!«
Der Herzog hatte anfangs dem Doctor Tennyſon nicht geantwortet. Er war in Gedanken verſunken und es war klar, daß widerſtreitende Gefühle in ſeiner Seele einen heſti⸗ gen Kampf mit einander beſtanden.
»Ich habe Euch gefragt, mein theurer Sohn,s hob in ſanftem Ton der gute Vicar wieder an,„ob Ihr nicht mit uns den himmliſchen Segen auf den König, euren Onkel, herab⸗ rufen wollt?«
»Amen!“ antwortete der Verurtheilte mit gewaltiger Selbſtüberwindung.


