Teil eines Werkes 
1. Th. (1845)
Entstehung
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wenn Sie dieſen Platz nicht wollen, ſo gebe ich ihn Jemand anders.

Bei dieſth Worten drängte eine alte, hagere Frau mit näſelnder Stimme, die ſich bereits als Logen⸗ ſchließerin zu erkennen gegeben und ſich um das Ge⸗ 3 murmel nicht bekümmerte, das die Perſonen auf der erſten Bank des Balkons verlauten ließen, ein junges Frauenzimmer zu uns hinein, welches Anſtand zu nehmen ſchien, den ihm angewieſenen Platz einzu⸗ nehmen.

Ich ſaß auf der zweiten Bank und hatte, da ich mich nicht auf die vordere wünſchte, den Platz nicht begehrt, welchen die Logenſchließerin der zuletzt an⸗ gekommenen Perſon anwies; allein ich wandte mich

nach dieſer Dame um, denn man beſucht das Thea⸗

ter oft mehr, um die Leute zu betrachten, als das Stück anzuhören; ich drehte mich alſo um und er⸗

lickte ein ſehr hübſches Frauenzimmer, was zwar

in Paris nichts Seltenes iſt, aber zugleich ein Frauen⸗ zimmer, welches mir ſehr gefiel, was ein ſgroßer Unterſchied iſt, denn der Geſchmack iſt ſehr Lerſchie⸗ den und man zieht manchmal der Schönheſt, weit entfernt, ſie nicht in ihrem vollen Werthe zu laſſen, eine Phyſiognomie vor, deren Züge nichts Regelmäßi⸗ ges haben, deren Ausdruck aber uns mehrahſpricht.

Dieſe Fran vder dieſes Fräulein(es würde mir ſchwer fallen, dieſe Frage zu entſcheiden) ſcheint etwa vierundzwanzig Jahre alt zu ſein, iſt weder groß noch klein, weder eine Brünette noch eine Blondine, hat, ich weiß meiner Treu' nicht, ſchwarge vher blaue