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„Jung und hübſch, wie Sie ſind, werden Sie tauſend liebenswürdigere Liebhaber finden... werden mich bald vergeſſen haben.“
„Sie glauben, Jedermann ſei ſo flatterhaft wie Sie!. Charlotte hat wohl recht, wenn Sie ſagt: alle Herren miteinander ſeien keine Bohne werth!“ Sie kennt dieſelben beſſer als ich. Hätte ich ſie an⸗ gehört, ſo würde ich Sie zuerſt aufgegeben haben.“
„Ninie, ich wiederhole es Ihnen, Charlotte gibt Ihnen ſehr ſchlimme Rathſchläge. Wenn Sie ſie an⸗ gehört hätten, ſo wären Sie mir untreu geworden, was wäre die Folge davon geweſen? Ich hätte Sie verachtet, während ich jetzt Ihrer ſtets mit Vergnügen gedenke und Sie bitte, als Pfand unſerer zukünftigen Freundſchaft dieſes kleine Geſchenk anzunehmen.“
Bei dieſen Worten zog ich ein ſchwarzes Band, an dem ein goldenes Uehrchen hing, aus meiner Taſche. Ich legte das ſchwarze Band um Ninie's Hals, welche ihre zornige Miene nicht ablegen wollte, jedoch halbwegs lächelte, während ſie ſprach:„Gibt man den Frauenzimmern, die man nicht mehr liebt, auch Geſchenke?“
„Warum denn nicht, Ninie?“
Ich küßte ſie zärtlich, nachdem ich das Band um ſie geſchlungen hatte, worauf ſie fortfuhr:„Küßt man auch die Frauenzimmer, die man nicht mehr liebt?“
„Dieß hindert nicht, Vergnügen daran zu finden.“
Ninie läßt mich ſie abermals küſſen, während ſie von Zeit zu Zeit murmelt:„Wartet man den Frauen⸗


