IV.
Trotz der Geſunkenheit der öffentlichen Zuſtände hatte der Reichthum Spaniens nicht abgenommen. Seit Jahrhunderten lebten in Caſtilien, Arragonien, Navarra und den mauriſchen Diſtricten zerſtreut, zahlreiche Juden, deren größerer Theil, trotz der Ungunſt ruheloſer Zeiten, die finanziellen und commerziellen Intereſſen des Landes hütete. Sie waren gehaßt und verachtet, oft den grau⸗ ſamſten Verfolgungen preisgegeben, aber zu einer Zeit, da innere Zerrüttung das Mark des Landes verzehrte, ihrer Wohlhabenheit wegen unentbehrlich. Nicht alle je⸗ doch beſaßen Selbſtverleugnung oder Stumpfſinn genug, um die Bürde des öffentlichen Vorurtheils willig zu tra⸗ gen, und ſo gab es eine Klaſſe von Juden, welche ins⸗ geheim dem väterlichen Glauben und deſſen Gebräuchen treu ergeben, öffentlich ſo untadelhafte Katholiken ſchienen, daß man ſie arglos in Staat und Kirche zu hohen Wür⸗ den beförderte. Unverbrüchlich und heilig ward dies Ge⸗ heimniß Jahrhunderte lang von den heimlichen Anhängern des Moſaismus bewahrt, denn furchtbar hätten Kirche und Staat die Verwegenen geſtraft, die es wagten, vor den
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