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Ankunft und Miß Hamilton bat, ſie nicht eher davon zu unter⸗ richten als am folgenden Tage. Eine halbe Stunde vor der Zeit, wo ſie nach ſolchen Scenen gewöhnlich aufſtand, trat ſie in das Zimmer ihrer Schweſter. Rings um ſie herum lagen die Schmuckſachen des vorigen Abends. Ein Gefühl tiefer Niedergeſchlagenheit beſchlich Emmelinen als ſie der Schläfe⸗ rin in's Geſicht ſah, die ihrer unnatürlichen Roſen entkleidet ſo ſchreckbar bleich und hager ausſah; ihr ſchönes Haar lag in verwirrten Maſſen auf ihrer feuchten Stirn, und als Em⸗ meline ſie ſanft zurückzuſtreichen ſuchte, fuhr Eleanor auf und erwachte.
„Iſt es ſchon Zeit aufzuſtehen?“ ſagte ſie ſchlaff und machte die Augen nur halb auf.„Es iſt mir, als wenn ich noch gar nicht geſchlafen hätte.“„Träume ich,“ fügte ſie auffahrend hinzu,„oder habe ich an dem einen Ort ge⸗ ſchlafen und bin an dem andern aufgewacht? Bin ich in Dakwood?“
„Nein, liebſte Eleanor! Heißeſt du mich nicht auch in Malvern⸗Houſe willkommen?“ Die Stimme, der Anblick ſchien ihr das Herz durchbohren zu wollen, ihre Schläfe klopften, ihr Herz fühlte ſich, wie es immer war, wenn ſie aufwachte, von einem unerklärlichen Gefühle der Schuld und des Schmerzes gedrückt. Sie mühte ſich, kalt, ſtolz, zu⸗ rückhaltend zu erſcheinen, aber es gelang ihr nicht, und ſie ſchlang plötzlich ihre Arme um den Hals ihrer Schweſter und brach in heiße Thränen aus.
Es war eine höchſt ungewohnte Begrüßung und Mrs. Hamilton ſchöpfte daraus die beſten Hoffnungen. Ach, die ungewöhnliche Weichheit dauerte nur eine kurze halbe Stunde. Sie verließ Eleanor auf ihre Bitten, während ſich dieſelbe ankleidete, und als ſie zurückkehrte, ſagte ihr das unbedacht⸗ ſame Mädchen mit einem halben Lächeln, ſie ſei auf ihre Vor⸗ leſung gefaßt, denn ſie könne von Dakwood nur zu dieſem Zweck gekommen ſein, und ſo ſtreng auch ihre Worte lauten möchten, ſo könne ſie doch ihren Ton nicht ändern, der wi⸗ der ihren Willen immer freundlich ſein müſſe; doch Emme⸗ line konnte ſie nicht überzeugen, wie ungerecht, wie grauſam


