nicht, was mir heut' fehlt.“ Und trotz aller Anſtrengung, ihre Thränen zurückzuhalten, brachen ſie auf's Neue hervor, und da Arthur alle ſeine Bemühungen, ſie zu tröſten, ver⸗ geblich fand, begnügte er ſich, ſeinen Arm um ſie zu ſchlingen und ihre Thränen wegzuküſſen. Einige Minuten ſpäter kam ſein Vater.„In Thränen, meine liebe Ellen?“ ſagte er freundlich,„ich will doch hoffen, daß es mit Deiner Mutter nicht ſchlimmer ſteht!“„Ich weiß es nicht,“ erwiderte das Kind ſo gut, als es ihre Thränen geſtatteten,„ſie iſt ſoeben ſehr krank geweſen, denn ihre Ohnmacht dauerte länger als gewöhnlich.“
„Hat ſich etwas Beſonderes ereignet?“
„Ich glaube, weil ſie meine Tante ſah; Mama war vor⸗ und nachher ſehr aufgeregt.“
„Mrs. Hamilton iſt alſo angekommen? Ich freue mich, es zu hören,“ erwiderte Mr. Myrvin freudig. Dann ſetzte er ſich zu Ellen, ergriff eine ihrer Hände und ſagte freund⸗ lich:„Mein kleines Mädchen hat ſich heut' Abend über ir⸗ gend Etwas bekümmert. Ich will nicht fragen, was Das iſt, weil Du es mir vielleicht nicht gern ſagſt, aber Du mußt nicht immer an das Schlimmſte denken, Ellen; ich weiß, Du haſt die Pflicht eines liebenden Kindes erfüllt und thuſt es noch, Du pflegſt Deine leidende Mutter, biſt nachſichtig ge⸗ gen die Aeußerungen ihrer Ungeduld, die ihre Krankheit ver⸗ anlaßt, und giebſt alle Deine Wünſche auf, um ruhig neben ihr zu ſitzen. Ich habe es nicht geſehen, mein Kind, aber ich kenne Leute, die es geſehen haben, und dies hat mir ge⸗ fallen, und was von noch größerer Bedeutung iſt, es beweiſt, daß Du nicht Alles vergeſſen haſt, was ich Dir vom himm⸗ liſchen Vater geſagt habe, daß ſelbſt ein kleines Kind ihn lieben und ihm dienen kann.“
„Aber haben Sie mir nicht auch geſagt, daß die Guten auch immer glücklich ſind?“ fragte Ellen.„Dann kann ich nicht gut ſein, wiewohl ich es mir immer angelegen ſein laſſe, denn ich glaube nicht, daß ich glücklich bin, und ich kann nicht ſo lachen, ſingen und ſchwatzen, wie es Edward thut.“
„Du haſt keine ſo kräftige Geſundheit wie Dein Bruder,


