wortete ſtolz und kurz bejahend.„Kannſt Du mich nach der Wohnung der Mrs. Fortescue zeigen, mein guter Knabe?“ fragte eine Dame, die aus dem Wagenfenſter ſah und über die beſchämt daſtehende Gruppe lächelte.„Sie liegt wohl außerhalb des Dorfes?“
„Mrs. Fortescue“— wiederholte der Knabe raſch und freudig, und in einem Augenblick war die Mütze von ſeinem Kopfe und der helle Sonnenſchein fiel auf ein Geſicht von ſo merkwürdiger Schönheit und ſo bekannten Zügen, daß, wiewohl die Dame weiter zu ihm ſprechen wollte, die Be⸗ wegung ihre Stimme erſtickte, ſo daß der Knabe ihre Frage beantworten und den Kutſcher nach dem einzigen Wirthshaus des Dorfes zeigen konnte, und ſie waren weiter gefahren, ehe weitere Worte gewechſelt wurden.
Der Knabe blickte ihnen neugierig nach, dann bat er einen ſeiner Geſpielen, die Dame vom Wirthshaus aus nach dem gewünſchten Hauſe zu führen, nahm ſein kleines Schiff und eilte über die Felder, die auf einem kürzeren Wege nach derſelben Stelle führten.
Es war ein ſehr beſcheidenes Haus und lag ſo ſehr von Hügeln umgeben, daß ihr Schatten es immer umhüllte; doch im Innern unterhielt die heitere Gemüthsart einer armen Wittwe und ihrer Töchter beſtändigen Sonnenſchein. Drei Wochen vor dem bezeichneten Abend waren eine Dame und zwei Kinder in Langwillan angekommen, die in Folge einer ſchweren Krankheit der Erſteren außer Stande geweſen waren, weiter zu reiſen. Sie hatten keinen Begleiter und der Kut⸗ ſcher wußte nur, daß ihr Beſtimmungsort Swanſea war. Er glaubte, ſie hätte in der Nähe von Pembroke Schiffbruch gelitten, und die arme Dame wäre ſchon ſehr krank geweſen, als ſie ihre Reiſe begann; doch weiter konnten die neugierigen Fragen der Dorfbewohner nichts ermitteln. Mr. Myrvin gab ſich mit ſeinem eigenthümlichen Wohlwollen alle mög⸗ liche Mühe, der Kranken ſoviel Bequemlichkeit zu verſchaffen, als er vermochte. Er hatte ſie aus dem Wirthshaus in das Haus der Wittwe Morgan gebracht, in der Ueberzeugung, daß ſie dort wenigſtens ſorgfältig gepflegt werden würde,


