Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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Angſtgeſchrei ausbrechen, und blutige Thraͤnen wei⸗ nen. Drum höret mich bey Zeiten, geht in euch⸗ beſſert euch.

Bemerkungen.

Nichts geht über die Falſchheit und Bosheit der Frauenzimmer, nichts über die Kniffe und Gewiſſen⸗ loſigkeit der Advokaten, nichts über die Betrügereien der Juden, und nichts über die Dummheiten, die ein verliebter Narr zu begehen fähig iſt.

65½ Der edle Sclave.

Antonius hatte ſeit längerer Zeit einen treuen Sclaven, dem er befohlen hatte, daß, wenn er ihn dar⸗

um bitten würde, er ihn mit einem Schwerte niederſte⸗

chen möchte. Da nun Antonius ſich ſowohl von Kleopatra als auch von ſeiner Armee verlaſſen und verrathen ſah, ſo verlangte er, daß nun ſein Sela⸗ ve ſein Verſprechen an ihm erfüllen möge. Der Sclave zog das Schwert, holte damit ſo aus, als ob er ſeinen Herrn wirklich niederſtoßen wollte, kehrte ſich aber plötzlich um, und ſtieß ſich ſelbſt das Schwert durch ſeine Bruſt. Er fiel todt zu den Füßen ſeines Gebiethers nieder, welcher dabey ausrieft»Redlicher Diener! was dunicht ſelbſt haſt thun können, das haſt du mich zu thun gelehrt!« Darauf ſtieß er ſich ſelbſt den Degen durch die Bruſt.

Lebensbeſchäftigungen.

Der Eine verſchläft ſein Leben, der Andere ver⸗ lumpt es, der Dritte verſäuft es, der Vierte verträu⸗ met es, der Fünfte verweint es, der Sechste ver⸗ wünſcht es; aber der, welcher redlich und gottſelig