Teil eines Werkes 
2. Theil (1818)
Entstehung
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m Hilarion⸗ E, grüßt mich oft ein alter eisgrauer Mann, er hat einen holzernen Klepper zu ſeinem Handpferdel,

ſchüttelt mit dem Kopfe, wie die Bachſtelze den Schweif; er huſtet, wie ein dämpfiges Roß. Die

Raſe glänzet wie ein Schneckenfirniß, der Kopf

gleicht einem geputzten Kalbskopf, der Fuß einem Srängelchen, der Leib einem lebendiges Beinhauſe. Ich konnte bey allem Nachſinnen nicht errathen, wer die alte Jammergeſtalt ſey, fragte ſie daher, wer ſie ſey? Ich, murmelte der lebendige Knochenmann, mit halv gebrochenen Worten, heiße Hilarion von Freudeneck. Potztauſend, erwiederte ich, wie haben

ſich die Zeiten geändert. Ehedem war keine Biblio⸗

thek, in der du nicht ſtudierteſt, kein Spielmann, der dir nicht pfiff; keine Mahlzeit, bey der du nicht

warſt; kein Spaß, den du nicht vermehrteſt. Mein

Hilarion, fuhr ich fort, war auf allen Wieſen, bey

allen Schaaren. Aber ſage mir, wo das alles hin⸗

gekommen iſt. Alles war, und iſt nicht mehr. Dem Faſſe iſt der Boden ausgegangen, die Gaigenſaiten ſind abgeſprungen der Blaſebalg bekam ein Loch; der Wein iſt zu Eſſig geworden, das Gefäße iſt zer⸗ trümmert; der Bach ausgetrockuet; die Sonne un⸗

tergegangen; das Laub abgefallen; der Degen ver⸗

roſtet. O Eitelkeit! Alles iſt hin! Pater Abrgham K⸗