Teil eines Werkes 
3. und letzte Abtheilung, Kaiser Joseph als Selbstherrscher : 3. Band (1857)
Entstehung
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Der Kammerdiener verneigte ſich ſchweigend und zog ſich zurück.

Und jetzt an's Werk! ſagte ſte dann lächelnd. Jetzt meine Schätze aus ihren verborgenen Schlupfwinkeln hervorgeholt, meine Juwelen gepackt, und dann fort, fort! Sobald die Nacht anbricht, reiſe ich ab!

Nun nahm ſie das Diadem aus ihrem Haar, und löſte die Spangen von Hals und Armen, dann flog ſte in ihr Toilettenzimener, und holte aus dem verſchloſſenen Schrank ihre Schmuckkaſten hervor. Mit einem glücklichen Lächeln öffnete ſte die Deckel, und ließ ihre verborgenen Schätze aufleuchten, und labte ihr Herz an dem Anblick dieſer herrlichen Juwelen und Perlen.

Dieſe drei Steine, ſagte ſte, auf die drei größten und funkelndſten Brillanten eines Colliers deutend, dieſe drei Steine verdanke ich der Fürſtin Garampi. Ich bat ſie, mir ihr Armband auf eine Stunde zu leihen, damit ich es meinem Juwelier zeigen And mir eins dar⸗ nach faſſen laſſen könnte. Ich ſchwur, das Armband nicht aus den Händen zu laſſen, und ich that's auch nicht, und ſo wurden die drei Steine mein! Was geht's mich an, daß ſie ſich nicht beſſer auf Brillanten verſteht, und die unechten nicht von den echten zu unterſcheiden ver⸗ mag! Dieſe Schnur koſtbarer Zahlperlen mit dem herrlichen Rubin⸗ ſchloß, die ſchulde ich der Fürſtin Palm. Mein Gott, ich liebe ſie ſo zärtlich, wie ſie mich, ich umarmte ſie eines Tages herzinnig in der Gluth meiner Freundſchaft, und ſchäkerte mit ihr, während ich's that, und dabei drückte meine Hand aus Verſehen an dem Schloß des Perlenhalsbands, und es öffnete ſich. Die gute Frau merkte es nicht, denn es iſt wahr, ich war gar ſo liebenswürdig, gar ſo witzig. Ich erzählte ihr eine allerliebſte Geſchichte von der Maitreſſe ihres Mannes, und ſie hörte mir zu, und leiſe glitt das Halsband über ihren Nacken nieder und fiel zur Erde. Niemand hörte es fallen, denn wir ſtanden im Tanzſaal, und die Muſik ſchmetterte eben einen neuen Tanz. Sie merkte nicht, wie das Perlenhalsband, ein Vermögen! von ihrem Nacken niederglitt, ich aber merkt' es wohl, und ließ leiſe mein Schleppkleid darüber hingleiten, und winkte Carlo. Er führte die Fürſtin fort zum Tanz, und ich bückte mich und hob das Perlen⸗

halsband auf, und ſchob es in meine Taſche. Nachher hieß es, ſte 1

habe es beim Nachhauſefahren verloren, ganz Wien ſprach davon,