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Und ganz erfüllt von dieſer Idee, ſchloß ſich die antiöſterreichiſche Partei immer feſter und gewaffneter zuſammen, erweiterte ſie täglich ihre Macht, und übte bald auf das Gemüth des Königs den gefährlichſten Einfluß aus, und drängte die Königin Marie Antoinette und ihre Partei immer weiter zurück von der Seite des Königs.
Ludwig, welcher ſeiner Gemahlin ſeit einiger Zeit die zärtlichſte Aufmerkſamkeit, die leidenſchaftlichſte Bewunderung bewieſen, zog ſich auf einmal kalt und ſchüchtern wieder von ihr zurück, und ſchien auf einmal wieder gleichgültig und ſchroff gegen ſeine Gemahlin werden zu wollen, wie er es früher ſo lange geweſen. Während er ſonſt die Geſellſchaft Marie Antoinette's geſucht hatte, ſchien er dieſelbe zu flie⸗ hen, und die Stunden, welche er ſonſt in letzter Zeit dazu verwandt hatte, Arm in Arm mit der Königin in ſüßer Vertraulichkeit und Stille in den Gärten von Verſailles zu luſtwandeln, verbrachte der König jetzt in ſeinem Kabinet mit ſeinen Miniſtern oder mit dem Grafen von Provence, dem erbitterten Vorkämpfer der antiöſterreichiſchen Partei, dem unverſöhnlichen Feinde Marie Antoinettens, der es ſeiner ſchönen Schwägerin niemals verzeihen konnte, daß ſie eine Tochter des öſter⸗ reichiſchen Kaiſerhauſes war, welches der Graf von Provence laut und ohne Scheu den gefährlichſten Feind von Frankreich nannte.
Und der König, welcher es ſonſt vermieden mit ſeinem Bruder allein zu ſein, weil er ſeine Feindſchaft gegen Marie Antoinette kannte, der König ſchien ſich jetzt inniger wie je dem Grafen von Provence anzuſchließen und hörte mit düſterer Miene auf die gehäſſigen Berichte, welche der Prinz ihm über den Aufenthalt des Kaiſers in Paris ab⸗ ſtattete; er widerſprach nicht, wenn er von dem innigen Einverſtändniſſe erzählte, welches zwiſchen dem Kaiſer und Marie Antoinette herrſchte, die immer noch in ihrem Herzen eine Oeſterreicherin geblieben, und zu jeder Zeit bereit ſein würde, die Intereſſen Frankreichs den Wünſchen und Befehlen ihres Bruders und der Kaiſerin Maria Thereſia zum Opfer darzubringen.
Aber der Graf von Provence begnügte ſich nicht damit, dem Könige ſolche gehäſſige Zuflüſterungen zu bringen, er ſorgte auch dafür, daß ſie laut und öffentlich im Publikum wiederholt wurden, daß die Sänger auf dem Pont⸗Neuf in luſtigen Spottgedichten den Kaiſer verhöhnten,


