Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 4. Band (1857)
Entstehung
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Ich verſpreche Eurer Majeſtät eine durchaus ehrliche Antwort.

Nun denn, Freund, aber ganz ehrlich, wie gefällt Ihnen unſere diesmalige Art zu reiſen?

Ach, Sire, ich habe jeden Tag mit weinerlicher Sehnſucht an unſere frühern Reiſen gedacht. Oh, wie göttlich ſchön war's doch damals, als wir in jenem Dorf uns ſelber unſer Mittag bereiteten, wie luſtig und abenteuerlich noch auf dieſer Reiſe nach Galizien, wo wir freilich öfter unter Gottes freiem Himmel und unter unſerm Pferde ſchlafen mußten, und oft Tagelang nichts Anderes zu eſſen bekamen, als was wir uns aus den Judenſchenken in den Dörfern, oder aus den einſamen Hütten der Goralen und Slowaken für viel Geld und viele gute Worte eroberten.

Oh, ich danke Ihnen, rief der Kaiſer freundlich, ich ſehe, daß wir Einer Meinung ſind, und daß wir uns verſtanden haben! Jetzt habe ich Sie nichts weiter zu fragen, denn ich ſehe ſchon, daß Sie mit dem zufrieden ſein werden, was ich vorhabe!

So ſprechend winkte der Kaiſer einen der drei Herrn, welche in dem nächſten der Wagen hinter ihm ſaßen, und ſofort ſprang dieſer aus dem Wagen, und eilte herbei.

Der Kaiſer nahm ſeinen Sitz wieder ein, und neigte ſich freund⸗ lich zu dem Gerufenen hin. Herr Hauptmann von Bourgeois, ſagte er, Sie werden mir erlauben müſſen, einige kleine Abänderungen in unſerm Reiſeplan zu machen. Zuerſt aber geſtatten Sie mir, Ihnen meinen Dank zu ſagen, denn Sie haben Ihrem Dienſt als Reiſemar⸗ ſchall mit größter Umſicht und Aufmeerkſankkeit genügt. Aber länger will ich Sie nicht bemühen, und wir wollen den Prunk unſerer Reiſe hier an den Grenzen Deutſchlands zurück laſſen. Frankreich muß ich entweder im vollen Glanz der Kaiſerwürde, oder als einfacher Privat⸗ mann durchreiſen. Zu dem Erſtern habe ich von der Kaiſerin keinen Auftrag, die Million Francs, die wir mitgenommen, und die für die ganze Dauer der Reiſe ausreichen ſoll, möchte für ſolche Kaiſerreiſe auch ſchwerlich genügen. Ich ziehe es alſo vor, als Privatmann zu reiſen. Sie werden mir aber zugeſtehen, daß alsdann unſer Zug ein wenig zu ſtattlich und zu groß erſcheint.

Demgemäß wollen Ew. Majeſtät uns entlafſen, und wir ſollen 2*