Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 3. Band (1857)
Entstehung
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enai denken Ew. Majeſtät gnädigſt, daß nur Damen, welche die große Entrée

Per⸗ haben, und zum Tabouret berechtigt ſind, das Empfangszimmer der velche Königin betreten dürfen. die Die Königin preßte ihren Fuß vor Ungeduld feſt auf die Erde, 3 3 der und ihre Augen flammten. Nun denn, Madame, ſagte ſie, ich werde z und alſo Mademoiſelle Bertin nicht hier empfangen, ſondern in meinem Ma⸗ Kabinet, und ich denke wohl, daß Niemand ſich erlauben wird, dagegen 3* etwas einzuwenden, wenigſtens würde ich auf dieſe Einwendungen — nicht achten. 4 wüͤ ſ Die Pflicht meines Amtes indeſſen befiehlt mir, Ew. Majeſtät 1 be der zu bemerken— dul Es giebt kein Amt, unterbrach Marie Antoinette die Oberhofmei⸗ 1 Wimner⸗ ſterin, es giebt kein Amt, welches Jemand erlaubt, den Befehlen der Bertin Königin zuwider zu handeln. Gehen Sie alſo, Madame, und treffen Sie die nöthigen Anordnungen, daß ſogleich nach der Bertin geſchickt ſtsm, werde. In einer Stunde erwarte ich ſie in meinem Kabinet. 1 mm ſich Ah, murmelte Antoinette vor ſich hin, indem ſie der langſam ſich 8 entfernenden Oberhofmeiſterin mit einem zornigen Blick nachſchauete, 1 einige ich werde ſie ſtrafen für dieſen Uebermuth. Sie meint das Recht zu

Ten haben, mich zu martern und zu quälen, aber ich werde es ihr vergelten!— Eine Stunde ſpäter trat Mademoiſelle Bertin in das Kabinet

— k der Königin. Vier königliche Lakaien, beladen mit Cartons, folgten ihr. h nie⸗ Mademoiſelle, ſagte die Königin, auf dieſe Cartons deutend, Sie brin⸗ 3 lle ge⸗ gen mir da die neueſten Geſetzbücher der Mode, nicht wahr? Das Nein, Ew. Majeſtät, ſagte die Modiſtin, ſich tief verneigend, ich

gewiß, bringe nur den Stoff, auf welchen Ew. Majeſtät Ihre Geſetze ver⸗

zeichnen werden.

achen, Aber hat man Ihnen nicht geſagt, daß ich einige Ihrer neueſten nicht Moden zu ſehen wünſchte? fragte die Königin erſtaunt.

werde Ew. Majeſtät, es giebt keine neuen Moden, ſagte die Bertin ehr⸗

n Sa⸗ erbietig. Ew. Majeſtät müſſen erſt das Werde! ſprechen, und eine

gunder neue Welt wird von heute an aus dem Chaos hervorgehen. Wenn

eine Königin geruht einen gnädigen Blick auf die Mode zu werfen,

„Put⸗ ſo iſt es nur, um ihr zu gebieten, nicht aber, um ihr zu gehorchen,

her be⸗ deu die Königin gibt Geſetze, aber ſie empfängt keine.

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