Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 2. Band (1857)
Entstehung
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hochtrabenden Worten, als an tiefen oder erhabenen Gedanken zu ſein pflegen.

Der Freiherr von Weiſach hatte eben einen begeiſterten Toaſt zum Lobe der Damen zu Ende gebracht, den die Herren mit Jubel aufnah⸗ men, und ſich beeiferten, Jeder in halblautem Geflüſter ſeiner Nachba⸗ rin das zu ergänzen, was der Freiherr geſprochen hatte, als der erſte Kammerdiener des Freiherrn ſich demſelben näherte, und ihm leiſe etwas zuflüſterte. Alsdann wandte der Freiherr ſich lächelnd wieder ſeiner Geſellſchaft zu. Meine Damen und Herren, ſagte er, Ihrer Entſchei dung übergebe ich das, was mir mein Kammerdiener berichtet. Es iſt ſoeben ein Herr in's Schloß gekommen, der erzählt, er ſei mit ſei⸗ nem Wagen auf der Landſtraße verunglückt, und bittet, ſich hier aus⸗ ruhen zu dürfen, bis ſein Wagen, an dem ſeine Diener arbeiten, ihn hier abhole. Wollen Sie ihm erlauben, meine Herrſchaften, hier ein zutreten, und eine Stunde bei uns zu verweilen?

Zuerſt muß mir mein Herr Gemahl aber erlauben, ſeiner Gaſt⸗ freundſchaft eine Frage vorzulegen! ſagte die Freiherrin von Weiſach, welche ihrem Gemahl gegenüber an der Tafel thronte. Eine Frage im Namen aller hier anweſenden Damen! Iſt der Fremde, der ſich

ſo sans fauon in unſere Geſellſchaft drängen möchte, auch ſolcher Ehre

werth? Verdient er es, in ſolch auserleſenem Kreis erſcheinen zu dür⸗ fen? Mit einem Wort, iſt er von Adel?

Er hat ſich melden laſſen als ein Baron von Joſephi, ſagte der Freiherr ernſt.

Das iſt, ſo viel ich weiß, eine alte ungariſche Familie, ſagte einer der Herren feierlich.

Dann, mein Gemahl, bitte ich für dieſen Herrn, rief die Freiher⸗ rin lächelnd. Ich hoffe, die Damen ſind mit mir einverſtanden, der Fremde darf eintreten? 2

Die Damen gaben lächelnd ihre Zuſtimmung, und der Freiherr erhob ſich, zu führen.

Der Baron von Joſephi! rief der Freiherr, den Fremden zu ſei⸗ ner Gemahlin führend; ſie empfing ihn mit einem freundlichen Lächeln,

um den Fremden aus einem der Nebenzimmer in den Saal

und alle die glänzenden Augen der Damen, die ernſten, ſtechenden Siae

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