Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Kaiser Joseph und Marie Antoinette : 1. Band (1857)
Entstehung
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umſchlungen hielten, jetzt vergaß die Menge alle Leiden und allen Jam⸗ mer der vergangenen Zeiten, jetzt ſtrahlte ihm nur die Gegenwart wie eine Sonne des Friedens entgegen und ſchien ihre glänzenden Streiflichter auch auf die Zukunft zu werfen.

Es war Friede, Friede! Das war es, was ein Jeder mit froher Luſt empfand, das war es, was die Augen mit Thränen füllte, das war es, was die Menſchen demüthig und fromm machte, welches be⸗ wirkte, daß ſie, kaum wiſſend, was ſie thaten, ihre Knie beugten, welches ſie ihre Hände und ihre thränengefüllten Augen zum Himmel erheben ließ, als wollten ſie zu Gott beten um Erhaltung dieſes ſeines ſchönſten und ſegensreichſten Geſchenkes.*)

Und aus der Mitte des knieenden Volkes rief jetzt eine tiefe, feier⸗ liche Stimme: es lebe der Friede!

Tauſend und aber tauſend Stimmen riefen ihm nach! Es lebe der Friede!

Es lebe der Kaiſer von Oeſterreich und der König von Preußen! rief dieſelbe Stimme, und mit einem unausſprechlichen Jubelruf hallte und donnerte es von der Gaſſe, von dem Platz und aus den Häuſern zum Himmel empor: es lebe der Kaiſer von Oeſterreich und der König von Preußen!

Der König richtete ſich aus den Armen des Kaiſers empor und grüßte die Menge mit jenem unausſprechlichen ſanften und innigen Blick, jenem milden, ſchönen Lächeln, die beide ihm allein eigen waren, und ihm ſtets alle Herzen gewannen.

Dann wandte er ſich an den Kaiſer, und indem er ihm den jungen Prinzen von Preußen und die beiden Prinzen von Braunſchweig vor⸗ ſtellte, deutete der König auf ſein eigenes weißes Gewand und das al⸗ ler Herren ſeines Gefolges hin: Sire, ſagte er, ich führe Ihnen, wie Fie ſehen, neue Rekruten zu. Wir glühen alle vor Verlangen, unter ienen!**) Und das, fuhr der König fort, indem er ſeine

Lebensgeſchichte Joſeph II. Th. I. S. 40.

ig trug die weiße öſterreichiſche Uniform mit Silberſtickerei, Silberlitzen auf den Achſeln, wie die öſterreichiſchen Re⸗ 2 o gekleidet waren die Prinzen und die übrigen Her⸗